27 January 2026, 12:46

250-Kilo-Fliegerbombe in Ratingen entschärft – 2.300 Einwohner evakuiert

Eine Karte von Deutschland und Österreich während des Zweiten Weltkriegs, die Besetzungszonen in verschiedenen Farben mit begleitendem Text zeigt.

250-Kilo-Fliegerbombe in Ratingen entschärft – 2.300 Einwohner evakuiert

Amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg in Ratingens Innenstadt entschärft

Eine 250-Kilogramm-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg wurde am späten Montagabend in der Ratinger Innenstadt erfolgreich entschärft. Die vom Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) geleitete Aktion erforderte die Evakuierung von 2.300 Anwohnern, darunter auch Bewohner von Seniorenheimen, für die der Umzug mit Verzögerungen und schmerzhaften Kriegsinnerungen verbunden war.

Die Entdeckung der Bombe löste eine großangelegte Räumung aus, die rund 70 Prozent der Fußgängerzone Ratingens betraf. Viele Geschäfte schlossen früher, da die Behörden sich auf die für Montag, den 26. Januar 2026, geplante Entschärfung vorbereiteten.

Die Evakuierung dauerte länger als vorgesehen, vor allem wegen logistischer Herausforderungen beim Umzug der Bewohner aus zwei Seniorenheimen. Etwa 400 Menschen, darunter viele ältere Personen, verbrachten stundenlang wartend im Rathaus. Einige brachen vor Erschöpfung zusammen, wurden aber vor Ort sofort medizinisch versorgt. Für manche, wie die 88-jährige Siegrid Dömke, weckte die Situation schmerzhafte Erinnerungen an den Krieg. Sie erinnerte sich an die gleiche Unsicherheit, die sie Jahrzehnte zuvor empfunden hatte. Gegen 1:30 Uhr nachts konnten schließlich alle Heimbewohner in ihre Zimmer zurückkehren; am nächsten Morgen gab es ein flexibles Frühstücksangebot, um den gestörten Schlafrhythmus auszugleichen.

Die Bombe wurde ohne weitere Zwischenfälle erfolgreich unschädlich gemacht. Die Anwohner kehrten nach und nach in ihre Häuser zurück, doch der Einsatz hinterließ vorerst Spuren im Alltag. Die Stadt reagierte mit besonderen Maßnahmen für die am stärksten Betroffenen – insbesondere die älteren Menschen –, um ihnen die Rückkehr zur Normalität zu erleichtern.