20 March 2026, 22:19

3,6-Millionen-Betrug: Apotheker und Krankenschwester vor Gericht in Köln

Großes rechteckiges Verbandkasten mit leicht geöffnetem Deckel, beschriftet mit "Großes Verbandmaterial" in fetter schwarzer Schrift.

3,6-Millionen-Betrug: Apotheker und Krankenschwester vor Gericht in Köln

In Köln müssen sich eine Krankenschwester und ein Apotheker wegen des Verdachts auf Millionenbetrug an Krankenkassen vor Gericht verantworten. Den beiden wird vorgeworfen, ein System mit gefälschten Rezepten für teure medizinische Hilfsmittel betrieben zu haben. Laut Staatsanwaltschaft beliefen sich die illegalen Auszahlungen durch den Betrug auf 3,6 Millionen Euro über einen Zeitraum von zwei Jahren.

Die Krankenschwester, die ein Pflegedienstunternehmen leitete, soll sich demnach gefälschte Rezepte für ein hochpreisiges Wundversorgungsset namens SymbioInfekt TheraKit besorgt haben. Jede Packung kostete rund 3.400 Euro, wobei die Krankenkassen für unnötige Lieferungen in Rechnung gestellt wurden. Der Apotheker soll den Großhandelspreis einbehalten, der Krankenschwester jedoch einen Rabatt von 10 Prozent gewährt haben.

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Zwischen Februar 2020 und Juli 2022 generierte das System falsche Erstattungen in Höhe von 3,6 Millionen Euro. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden vor, in 30 Fällen von gewerblichem Betrug gemeinsam und mit gemeinsamer krimineller Absicht gehandelt zu haben.

Der Apotheker bestreitet jede Beteiligung und erklärte in seiner Aussage, von dem Betrug nichts gewusst zu haben. Er behauptet, er habe den Zusicherungen über geringere Kosten vertraut und geglaubt, dass Wundversorger die Krankenkassen nicht direkt abrechnen dürften.

Bei einer Verurteilung müsste der Apotheker die vollen 3,6 Millionen Euro zurückzahlen. Rund 900.000 Euro wurden bereits erstattet, für den Restbetrag sind monatliche Raten von 10.000 Euro vereinbart.

Im Mittelpunkt des Prozesses steht die Frage, ob die beiden Angeklagten wissentlich zusammengearbeitet haben, um die Krankenkassen zu betrügen. Eine Verurteilung würde den Apotheker zur Rückzahlung von Millionen verpflichten, wobei Teilrückerstattungen bereits laufen. Der Fall zeigt die finanziellen Risiken auf, die mit Rezeptbetrug im Gesundheitssystem verbunden sind.

Quelle