Adnoc-Tochter aus Abu Dhabi übernimmt deutschen Chemiekonzern Covestro
Egbert PeukertArabischer Staatskonzern übernimmt Chemiefirma Covestro - Adnoc-Tochter aus Abu Dhabi übernimmt deutschen Chemiekonzern Covestro
Deutscher Chemiekonzern Covestro wird von Tochterfirma des staatlichen Ölunternehmens Adnoc aus Abu Dhabi übernommen
Die Übernahme des deutschen Chemieunternehmens Covestro durch eine Tochtergesellschaft des staatlichen Ölkonzerns Adnoc aus Abu Dhabi steht kurz bevor. Der Deal folgt auf monatelange regulatorische Prüfungen und hat nun die letzten Hürden genommen. Sowohl die Europäische Kommission als auch das deutsche Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz haben grünes Licht gegeben.
Covestro, das weltweit rund 17.500 Mitarbeiter beschäftigt – davon über 7.000 in Deutschland –, durchlebte ein schwieriges Jahr. Im dritten Quartal 2023 sank der Umsatz um 12 %, und das Unternehmen verbuchte einen Nettoverlust von 47 Millionen Euro. Hohe Energiekosten, schwache Konjunktur und Handelskonflikte belasteten die Geschäftsentwicklung.
Das Unternehmen ist spezialisiert auf Hochleistungspolymere und stellt Chemikalien für Schäume her, die in Kühlschränken, Autositzen und Matratzen verwendet werden. Seit der Abspaltung von Bayer im Jahr 2015 hat sich Covestro zu einem der drei weltweit führenden Anbieter in diesem Bereich entwickelt und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 14,5 Milliarden Euro. Zu den jüngsten Innovationen zählen biobasierte Polyurethane, CO₂-arme Produktionsverfahren und Recyclingtechnologien.
Die Investmenttochter von Adnoc, XRG, strebt an, zu den drei größten Chemieinvestoren der Welt aufzusteigen. Covestro-Chef Markus Steilemann begrüßte die neue Eigentümerstruktur und erwartet davon Impulse für Innovation und digitale Transformation. Der rechtliche Abschluss der Transaktion wird in den kommenden Tagen erwartet.
Die Übernahme markiert einen Wendepunkt für Covestro angesichts anhaltender Markt Herausforderungen. Mit den gesicherten regulatorischen Genehmigungen wird das Unternehmen künftig unter dem Dach von Adnoc agieren. Der Fokus dürfte weiterhin auf nachhaltigen Chemielösungen und dem Ausbau der Position bei Hochleistungsmaterialien liegen.






