10 February 2026, 02:37

AfD-NRW zerrissen: Machtkampf zwischen Helferich und Vincentz eskaliert vor entscheidender Wahl

Ein deutscher Propagandaplakat für die NSDAP mit zwei Männern auf einem Sofa und Textinformationen über die Partei.

AfD-NRW zerrissen: Machtkampf zwischen Helferich und Vincentz eskaliert vor entscheidender Wahl

In der nordrhein-westfälischen Landesverbands der Alternative für Deutschland (AfD) tobt ein entscheidender innerparteilicher Machtkampf. Eine im März anstehende Vorstandswahl wird zeigen, ob sich die politische Partei noch weiter in Richtung völkischer Extremismus bewegt oder ihre radikalsten Stimmen zurückbindet. Im Mittelpunkt des Streits stehen Matthias Helferich, bekannt für seine rechtsextremen Positionen, und der amtierende Landesvorsitzende Martin Vincentz, den Helferich herausfordert.

Helferich, eine führende Stimme des völkischen Flügels innerhalb der AfD, strebt an, Vincentz als Landeschef abzulösen. Seine Unterstützer, Christian Zaum und Fabian Jacobi, kandidieren als gemeinsames Ticket für die Wahl. Helferich sorgte bereits mit Forderungen nach 'Massenremigration' und früheren provokanten Äußerungen für Schlagzeilen – und steht damit im Zentrum des ideologischen Richtungsstreits der Partei.

Der Bundesvorstand, darunter die Co-Vorsitzende Alice Weidel, soll Helferich offen unterstützt und gleichzeitig Vincentz untergraben haben. Diese Einmischung wirft Fragen nach der Unabhängigkeit der parteiinternen Schiedsgerichte auf, die über Ausschlussverfahren entscheiden. Aktuelle Personalwechsel in den Gremien haben zudem Zweifel genährt, ob Helferichs laufender Berufungsprozess gegen einen Parteiausschluss fair behandelt wird.

Die Entscheidung des Bundesschiedsgerichts in Helferichs Fall könnte weitreichende Folgen haben: Ein Ausschluss würde signalisieren, dass die AfD sich von völkischem Extremismus distanzieren will. Wird er hingegen geschützt, könnte dies den radikalen Flügel der Partei bestärken. Bisher gibt es keine öffentlichen Belege für eine direkte Einflussnahme des Bundesvorstands auf die Schiedsgerichtsentscheidungen – entsprechende Vorwürfe bleiben unbestätigt.

Der Ausgang des Konflikts könnte auch die rechtliche Zukunft der AfD beeinflussen. Gerichte haben bereits gewarnt, dass eine Annäherung an völkische Ideologie ein Parteiverbot riskiert. Die NRW-Wahl und Helferichs Fall werden voraussichtlich zeigen, wie weit die AfD ihre Grenzen ausloten kann, ohne juristische Konsequenzen zu fürchten.

Die Vorstandswahl in NRW und Helferichs Berufungsverfahren werden die weitere Entwicklung der AfD in den kommenden Monaten prägen. Ein Sieg von Helferichs Lager könnte die Partei endgültig auf einen völkischen Kurs festlegen. Gleichzeitig wird die Entscheidung des Schiedsgerichts offenbaren, ob die AfD ihre eigenen roten Linien durchsetzt – oder ob sie ihren Radikalen die Deutungshoheit überlässt.