AfD verdreifacht Stimmen in NRW – doch Stichwahlen bleiben ohne Erfolg
Klaus-Michael JopichAfD verdreifacht Stimmen in NRW – doch Stichwahlen bleiben ohne Erfolg
Die Alternative für Deutschland (AfD) verzeichnete bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen (NRW) gemischte Ergebnisse. Zwar konnte die Partei ihren Stimmenanteil im Vergleich zu den vorherigen Ratswahlen verdreifachen, scheiterte jedoch in allen Stichwahlen. Dennoch bezeichnete der Landesvorsitzende Martin Vincentz das Ergebnis als Erfolg – trotz klarer Rückschläge.
Insgesamt erreichte die AfD in NRW 14,5 Prozent, ein Wert, der unter ihren bundesweiten Umfrageergebnissen sowie ihrem Ergebnis bei der Bundestagswahl 2021 liegt. In den Stichwahlen verlor die Partei in den meisten Gebieten an Unterstützung, mit Hagen als einziger Ausnahme, wo die Stimmen leicht stiegen.
Keiner der vier AfD-Kandidaten setzte sich in den Stichwahlen durch. Vincentz deutete die Ergebnisse dennoch als Sieg und verwies auf die Zuwächse der Partei in der ersten Wahlrunde. Zwar hatte sich der Stimmenanteil der AfD seit den letzten Kommunalwahlen verdreifacht, doch mündete dies nicht in direkte Wahlsiege.
Interne Spannungen erschweren zudem Vincentz’ Führung. Rechtsextreme Flügel innerhalb der Partei stellen seine Bemühungen, ein gemäßigteres Image zu vermitteln, immer wieder infrage. Beobachter wiesen darauf hin, dass die Wahl trotz der AfD-Präsenz stärker von lokalen Themen als von der Rolle der Partei geprägt war.
Die AfD geht aus den NRW-Wahlen mit einer stärkeren Vertretung in den Räten hervor, jedoch ohne Stichwahlsiege. Die 14,5 Prozent bedeuten zwar ein Wachstum im Vergleich zu früheren Kommunalwahlen, bleiben aber hinter den bundesweiten Trends zurück. Nun steht die Partei vor der Aufgabe, ihre internen Konflikte zu überwinden und gleichzeitig ihre erweiterte Basis auszubauen.






