13 June 2026, 16:15

Angélica Liddells provokantes Seppuku feiert Wiener Premiere

Wien-Festival: Ritualisierte Todesekstase

Angélica Liddells provokantes Seppuku feiert Wiener Premiere

Angélica Liddells neues Werk Seppuku: Die Bestattung Mishimas oder Die Lust am Sterben feierte am Donnerstag, dem 10. April 2024, im Wiener Volkstheater Premiere. Die Aufführung lotet die Themen Leben, Tod und das Makabre aus und bedient sich dabei Kleidung und Ritualen, um das Leben und Sterben fremder Menschen zu erkunden.

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Die zweistündige Produktion steht im Zeichen Yukio Mishimas, des japanischen Schriftstellers, der 1966 in einem Kurzfilm seinen eigenen rituellen Selbstmord inszenierte und sich 1970 schließlich durch Seppuku das Leben nahm. Liddell setzt diese Tat in ihrer Inszenierung neu in Szene, vermischt dabei Blut mit einer Mitperformerin und verbindet explizite Inhalte mit schwarzem Humor.

Das Stück speist sich aus persönlichen Erfahrungen: Liddell war am 7. Januar 2024 in Madrid Zeugin des Suizids einer Frau – ein Erlebnis, das ihre Auseinandersetzung mit der Sterblichkeit prägt. Die Wiener Festwochen 2024, in deren Rahmen die Produktion gezeigt wird, präsentieren zudem weitere Stücke, die menschliche Schicksale durch intime Medien wie Kleidung erzählen.

Die Premiere stellt einen kühnen Beitrag zum Festivalprogramm dar. Mit Ritualen, persönlicher Erzählung und provokanten Bildern konfrontiert die Aufführung das Publikum mit der Zerbrechlichkeit und Intensität des Daseins. Liddells Werk bleibt ein markanter Akzent in der diesjährigen Festivalausrichtung auf Leben und Tod.

Quelle