Anne Hathaway glänzt in Mother Mary als zerrissene Pop-Ikone zwischen Ruhm und Schmerz
Hans-Gerd JunkAnne Hathaway glänzt in Mother Mary als zerrissene Pop-Ikone zwischen Ruhm und Schmerz
David Lowerys neuer Film Mother Mary zeigt Anne Hathaway als gequälte Popmusikerin, die mit ihrem öffentlichen Image hadert. Die Handlung folgt Mary, einer Sängerin am Vorabend eines großen Silvesterauftritts, die sich mit ihrer Vergangenheit und einer ehemaligen Liebe auseinandersetzt, die einst ihr Bild prägte.
Der Film verbindet rohe Emotionen mit eindrucksvollen Bildern – von Konzertsequenzen, die an katholische Messen erinnern, bis hin zu Kostümen, die von Hochmode und tiefen persönlichen Wunden inspiriert sind. Marys Weg beginnt mit der Suche nach einem neuen Kleid – und vielleicht einer neuen Identität – bei Sam, ihrem Ex-Liebhaber und Modedesigner, gespielt von Michaela Coel. Ihre einst leidenschaftliche Beziehung ist nun belastet von ungelösten Schmerzen. Mit nur noch wenigen Tagen bis zu ihrem Silvesterauftritt, bei dem sie einen neuen Song präsentieren wird, wächst der Druck.
Die Ästhetik des Films entstand in Zusammenarbeit mit der Kostümbildnerin Bina Daigeler und der Avantgarde-Modedesignerin Iris van Herpen, die für ihre Kreationen für Künstlerinnen wie Björk und Lady Gaga bekannt ist. Kleidung wird hier zu mehr als nur Stoff – sie dient als Mittel, um Emotionen zu entfalten, als das, was Lowery als „emotionale Infrastruktur“ bezeichnet. Die Geschichte entfaltet sich wie eine Mischung aus Paartherapie, einer Séance und einem kreativen Zusammenbruch, während Mary am Rande der Erschöpfung balanciert.
Lowery, Regisseur von A Ghost Story und The Green Knight, schafft eine Welt, in der Logik dem Gefühl und dem Instinkt weicht. Die Konzertauftritte verschmelzen futuristische Pop-Spektakel mit religiösen Ritualen und entfalten eine fast körperlich spürbare Intensität. Im Kern untersucht der Film „grausamen Optimismus“ – das unerbittliche Streben nach Sinn, das einen zugleich antreiben und zerstören kann.
Mother Mary verwebt Musik, Mode und psychologische Spannung zu einem dichten Ganzen. Hathaways Figur steht an der Schnittstelle von Ruhm und Verletzlichkeit, ihr Auftritt droht zugleich Triumph und Abrechnung zu werden. Der Film hinterlässt ein packendes Porträt von Kunst unter Druck, in dem Schöpfung und Zusammenbruch untrennbar sind.






