Anti-Sexismus-Aktion bei Rot-Weiss Essen scheitert an fanatischer Ablehnung
Hans-Gerd JunkAnti-Sexismus-Aktion bei Rot-Weiss Essen scheitert an fanatischer Ablehnung
Anti-Sexismus-Kampagne bei Rot-Weiss Essen stößt bei Fans auf Ablehnung
Eine aktuelle Anti-Sexismus-Initiative im Stadion von Rot-Weiss Essen fand bei den Anhängern kaum Anklang. Die von der Fanallianz "RWE für Toleranz" organisierte Aktion zielte darauf ab, sexistische Einstellungen zu hinterfragen, indem Frauen aufgefordert wurden, die vorderen Reihen des Westblocks einzunehmen. Doch die Reaktion der Fans fiel überwiegend ablehnend aus.
Im Rahmen der Kampagne sollten Frauen die ersten 19 Minuten und sieben Sekunden des Spiels gegen Energie Cottbus die vorderen Reihen besetzen. Die Organisatoren erhofften sich damit ein klares Signal: Frauen gehören in alle Bereiche des Stadions. Doch die Ultras und aktiven Fangruppen weigerten sich, ihren Platz zu räumen, und ignorierten den Aufruf komplett.
Vor dem Spiel wurden unter den Fans Flugblätter mit sexistischen Parolen verteilt – darunter der Slogan "Keine Frauen in der ersten Reihe". Trotz dieser Vorfälle betonte der Verein erneut seine Haltung gegen Diskriminierung und bekräftigte, für Vielfalt und Respekt einzustehen.
Das Spiel selbst endete mit einer 2:3-Niederlage für Essen. Die geringe Beteiligung an der Kampagne zeigte, wie schwer es ist, tief verwurzelte Einstellungen zu ändern – selbst wenn der Verein solche Verhaltensweisen offiziell ablehnt.
Die Anti-Sexismus-Aktion verzeichnete nur minimale Unterstützung seitens der Fans, die sich mehrheitlich nicht beteiligten. Zwar bleibt die klare Verurteilung von Diskriminierung durch den Verein bestehen, doch der Vorfall macht die Kluft zwischen offiziellen Stellungnahmen und dem Verhalten der Anhänger deutlich. Die Niederlage gegen Energie Cottbus trug zusätzlich zur Enttäuschung des Tages bei.