14 March 2026, 06:46

Apothekensterben in Deutschland: Warum immer mehr Patienten ohne Versorgung dastehen

Eine Apotheke namens "Die Generics Apotheke" umgeben von Gebäuden, Strommasten, Werbetafeln, Topfpflanzen, Fahrzeugen auf der Straße, unter einem klaren blauen Himmel.

Apothekensterben in Deutschland: Warum immer mehr Patienten ohne Versorgung dastehen

Apotheker Dr. Gregor Lohmann traf sich kürzlich mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Fabian Schrumpf, um auf die wachsende Krise im deutschen Apothekensektor aufmerksam zu machen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen finanzielle Notlagen, Personalmangel und die zunehmende Schließungswelle, die sowohl ländliche Regionen als auch Städte wie Essen erfasst.

Lohmann schilderte die massiven wirtschaftlichen Belastungen, vor denen Apotheken stehen, und warnte, dass eine faire Vergütung überlebenswichtig sei. Ohne planbare Einnahmen drohten weitere Einschnitte bei der Patientenversorgung vor Ort und den Löhnen der Mitarbeiter. Die Lage ist alarmierend: Seit 2020 wurden rund 2.310 Apotheken geschlossen – ein Rückgang von 12 Prozent von 17.288 Mitte 2024 auf 16.601 Ende 2025.

Besonders dramatisch ist die Situation in den nördlichen Stadtteilen Essens. Durch den Rückgang der Ärzte, den Wegzug von Fachkräften und Apotheken-Schließungen müssen Patienten immer weitere Wege für Notfall- oder Nachtversorgung in Kauf nehmen. Lohmann kritisierte zudem die ungleichen Wettbewerbsbedingungen durch Versandapotheken, die Rezepturen um bis zu 10 Euro günstiger anbieten können, während stationäre Apotheken eine feste Abgabegebühr von 8,35 Euro erhalten.

Schrumpf räumte ein, dass die Gebühren seit Langem nicht mehr angepasst wurden, und zeigte Verständnis für die für den 23. März geplanten Proteste. Zwar gestand er als Landespolitiker begrenzten Spielraum ein, versprach aber, die Anliegen an Bundeskollegen weiterzuleiten. Das Treffen unterstrich die wachsende Gefahr für die medizinische Grundversorgung, da immer mehr Apotheken verschwinden.

Die Abnahme der Apotheken hat bereits jetzt zu Versorgungsengpässen in Essen und anderen Regionen geführt. Ohne Reformen bei der Finanzierung und den Wettbewerbsregeln drohen weitere Schließungen – mit der Folge, dass Patienten in betroffenen Gebieten noch längere Anfahrtswege für dringende Behandlungen in Kauf nehmen müssen.

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