15 January 2026, 02:11

Apothekensterben in NRW: 43 Standorte 2025 geschlossen – und kein Ende in Sicht

Ein Apothekenregal voller verschiedener Medikamente, darunter Schachteln, ordentlich auf den Ablagen angeordnet.

Apothekensterben in NRW: 43 Standorte 2025 geschlossen – und kein Ende in Sicht

Die Zahl der Apotheken in Nordrhein-Westfalen ist 2025 weiter gesunken – bis Ende des Jahres schlossen 43 Standorte. Das entspricht einem Rückgang von 2,2 Prozent im Vergleich zu 2024 und spiegelt einen bundesweiten Trend wider. Branchenvertreter warnen, dass sich die Versorgung mit Medikamenten per Klick vor Ort ohne finanzielle Reformen weiter verschlechtern könnte.

Die Verluste waren in der Region ungleich verteilt. Düsseldorf und Duisburg verloren jeweils sechs Apotheken, während in beiden Städten nur eine Neueröffnung zu verzeichnen war. Im städtischen Raum Aachen schlossen fünf Apotheken dauerhaft, ohne dass Ersatz entstand. Im Kreis Viersen gab es vier Schließungen, während der Kreis Heinsberg stabil blieb – hier eröffnete eine neue Apotheke, und es gab keine Schließungen.

Bundesweit sank die Gesamtzahl der Apotheken um 2,8 Prozent auf 16.601 zu Beginn des Jahres 2026. Die Apothekerkammer Nordrhein betont seit Langem, dass seit Jahrzehnten eingefrorene, stagnierende Gebühren vor allem in kleineren Gemeinden zu Schließungen zwingen. Patienten müssen nun weitere Wege für ihre Rezepte in Kauf nehmen, und die verbleibenden Apotheken müssen die zusätzliche Arbeitslast bewältigen. Trotz einer Koalitionsvereinbarung zwischen CDU/CSU und SPD zur Erhöhung der Apothekengebühren sieht die jüngste Pharmareform der Bundesregierung keine Anpassung vor. Die Kammer fordert die Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz auf, endlich zu handeln – andernfalls drohe der Kollaps der lokalen Versorgungsstrukturen durch ausbleibende höhere Vergütungen.

Der Rückgang der Apotheken zeigt keine Anzeichen einer Verlangsamung; 2025 war erneut ein Jahr mit mehr Schließungen als Neueröffnungen. Während die Gebühren weiter eingefroren bleiben und die Nachfrage steigt, geraten die Inhaber unter zunehmenden Druck, die Versorgungslücken zu schließen. Die Kammer besteht darauf, dass sich ohne politische Kurskorrekturen der Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten per Klick weiter verschlechtern wird.