Apotheker übernimmt insolvente Barbara-Apotheke in Hamm und setzt auf lokale Versorgung
Klaus-Michael JopichApotheker übernimmt insolvente Barbara-Apotheke in Hamm und setzt auf lokale Versorgung
Aykut Akkaya, ein 31-jähriger Apotheker, hat die Barbara-Apotheke in Hamm übernommen, nachdem der vorherige Inhaber Insolvenz anmelden musste. Es ist bereits seine zweite Apothekenübernahme: Erst vor einem Jahr hatte er die Zeppelin-Apotheke in Ahlen erworben. Trotz der finanziellen Schwierigkeiten in der Branche sieht Akkaya in dem Standort Hamm Potenzial – schließlich ist sie die einzige Apotheke in der Nähe.
Sein Einstieg in die Zeppelin-Apotheke in Ahlen erfolgte vor vier Jahren als Filialleiter. Nach der Übernahme des Betriebs im Jahr 2023 hat er nun mit der Barbara-Apotheke sein Engagement ausgeweitet. Besonders reizvoll an dem Standort in Hamm war für ihn die einzigartige Marktposition: Die Apotheke versorgt ein Gebiet, in dem es keine Online Apotheke gibt.
Bevor der Deal unter Dach und Fach war, musste Akkaya die Bank von seiner Planung überzeugen – mit detaillierten Prognosen zur zukünftigen Entwicklung der Apotheke. Die Barbara-Apotheke selbst ist nicht in finanziellen Schwierigkeiten, und frühere Probleme wie hohe Personalkosten wurden bereits behoben.
Mit nun zwei Apotheken unter seiner Leitung führt Akkaya zwei Teams mit jeweils 13 Mitarbeitenden. Zu seinen Plänen gehören der Ausbau der Digitalisierung, um mehr Online Bestellungen abwickeln zu können, sowie eine stärkere Präsenz in den sozialen Medien, um jüngere Kundschaft anzusprechen.
Die Apothekenbranche hat in den letzten zehn Jahren einen deutlichen Rückgang erlebt: Seit 2013 mussten rund 19 bis 20 Prozent der Apotheken – etwa 3.000 bis 3.400 – schließen, bedingt durch steigende Kosten und stagnierende Vergütungen. Allein 2024 sank die Zahl von 20.249 auf 17.041, was einem Verlust von rund 3.208 Standorten entspricht.
Mit der Übernahme der Barbara-Apotheke festigt Akkaya seine Position in der Branche. Durch den Fokus auf digitale Wachstumsstrategien und lokale Kundenbindung will er die Zukunft beider Betriebe sichern. Gleichzeitig bleibt die Apothekenlandschaft insgesamt unter Druck – viele Schließungen der letzten Jahre sind auf die anhaltenden finanziellen Belastungen zurückzuführen.






