ARD setzt auf Gaming: Neues Netzwerk soll junge Zielgruppen gewinnen
Klaus-Michael JopichARD setzt auf Gaming: Neues Netzwerk soll junge Zielgruppen gewinnen
Die ARD startet eine neue Offensive im Gaming-Bereich, um jüngere Zielgruppen zu erreichen. Auf der Gamescom präsentierte der Sender kürzlich ein Spiel auf der Plattform Roblox. Dieser Schritt ist Teil einer umfassenderen Strategie, alle Gaming-Aktivitäten unter einem gemeinsamen Netzwerk zu bündeln.
Dafür hat die ARD das „ARD Games Network“ ins Leben gerufen, um ihre Engagements in der Spielebranche zu koordinieren. Zu den Zielen gehören die Gewinnung neuer Zielgruppen, die Bindung bestehender Nutzer:innen sowie die Stärkung der Marke ARD. Das Netzwerk wird in vier zentralen Bereichen aktiv sein: Strategie, Community, Kultur und Wachstum.
Einige ARD-Anstalten wie der SWR haben sich bereits im Gaming-Bereich versucht. Der SWR entwickelte etwa das klimathematische Spiel „Green Guardians“, das auf X als „Flop“ kritisiert wurde. Zudem entstanden das „Tatort-Spiel“ und „Nachrichtenmacher“.
Kritiker:innen monieren, dass die Entwicklung von Videospielen nicht zum Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks passe. Die ARD muss nun beweisen, dass ihre Gaming-Pläne mit ihrem öffentlichen Bildungsauftrag vereinbar sind. Der Erfolg wird auch davon abhängen, wie stark die Nutzer:innen die Angebote annehmen – gemessen an den Zugriffszahlen.
Gaming ist ein fester Bestandteil der deutschen Kultur. Fast 50 Millionen Menschen spielen regelmäßig digitale Spiele, wobei die Geschlechterverteilung ausgeglichen ist und das Durchschnittsalter bei etwa 38 Jahren liegt.
Die Gaming-Initiativen der ARD sollen unter dem neuen Netzwerk weiter ausgebaut werden. Der Sender will vor allem jüngere Zuschauer:innen erreichen und gleichzeitig den Mehrwert seiner Bemühungen unter Beweis stellen. Entscheidend für den Erfolg werden die Resonanz des Publikums und die Übereinstimmung mit dem öffentlichen Auftrag sein.






