02 May 2026, 08:18

Bergisch Gladbach kämpft mit Rekorddefizit und drohender Pleitewelle

Plakat mit fettem schwarzem Text auf einem weißen Hintergrund, der von einem schmalen schwarzen Rand eingerahmt ist und "Maganomics: Ein Wirtschaftsplan, der drei Dinge tut - senkt Steuern für Reiche und große Unternehmen noch weiter."

Bergisch Gladbach kämpft mit Rekorddefizit und drohender Pleitewelle

Bergisch Gladbach verzeichnet das schlechteste Finanzjahr seit Jahren. Der Haushaltsabschluss 2024 weist ein Defizit von 44 Millionen Euro auf – ein Rekordminus für die Stadt. Doch die Lage soll sich 2025 weiter verschärfen: Prognosen sagen ein Fehlbetrag von über 60 Millionen Euro voraus.

Das Jahresergebnis 2024 fiel mit 20 Millionen Euro besser aus als zunächst befürchtet. Ursprünglich hatte die Stadt ein Defizit von 63,3 Millionen Euro veranschlagt, doch höhere Gewerbesteuereinnahmen und geringere Zinslasten milderte die Verluste. Dennoch bleibt das Ergebnis das schlechteste der jüngeren Geschichte Bergisch Gladbachs.

Für 2025 wird ein Minus von 54 Millionen Euro erwartet. Die Verwaltung führt dies auf anhaltende Lücken in den Personal- und Sachhaushalten zurück, mit Fehlbeträgen von rund 2 Millionen Euro 2025 und 3,7 Millionen Euro 2026. Eine geplante Unterauslastung von etwa 9 Millionen Euro könnte zwar etwas Entlastung bringen, doch der Gesamttrend bleibt negativ.

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Die bundesweite Entwicklung ist ähnlich alarmierend. Eine Studie der Bertelsmann Stiftung aus dem Jahr 2025 bezeichnet 2024 als Wendepunkt für die Kommunalfinanzen: Deutsche Städte stehen vor einem kumulierten Defizit von 24,8 Milliarden Euro. Allein in Nordrhein-Westfalen rechnen 240 Kommunen damit, ihre Rücklagen bis 2028 aufzubrauchen, während 17 bereits verschuldet sind.

Um einen zwingenden Haushaltssanierungsplan zu vermeiden, wird Bergisch Gladbach im Dezember den Entwurf für den Haushalt 2026 dem Rat vorlegen. Doch die Stadt gibt offen zu: Positive Jahresabschlüsse sind aufgrund wiederholter Haushaltsüberschreitungen nicht mehr realistisch.

Bergisch Gladbach steht vor Jahren der finanziellen Belastung, ohne Aussicht auf schnelle Besserung. Ohne grundlegende Änderungen wird es der Stadt kaum gelingen, den Haushalt auszugleichen – sie bleibt auf Sparmaßnahmen und unberechenbare Einnahmequellen angewiesen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob weitere Kürzungen oder gar externe Eingriffe unvermeidbar werden.

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