16 March 2026, 14:20

Bergisch Gladbachs Haushaltsplan verzögert sich – warum Kürzungen drohen und Investitionen wackeln

Ein Plakat mit einem schmalen schwarzen Rand und zentrierter Schrift, die folgendes in fetter, schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund liest: "Maganomics: Ein Wirtschaftsplan, der drei Dinge tut: Senkt Steuern noch mehr für Wohlhabende und große Unternehmen."

Bergisch Gladbachs Haushaltsplan verzögert sich – warum Kürzungen drohen und Investitionen wackeln

Bergisch Gladbachs Stadtkämmerer Thore Eggert hat kürzlich im Rahmen einer BürgerAkademie einen Workshop geleitet, um die finanziellen Herausforderungen der Stadt zu erläutern. Dabei ging es um den Aufbau des Haushaltsplans, mögliche Spielräume bei den Ausgaben und die Gründe, warum in einigen Bereichen nun Kürzungen unvermeidbar sind. Die Teilnehmer erhielten Einblick in ein komplexes, 500-seitiges Dokument, das die Finanzen der Stadt prägt.

Normalerweise wird der jährliche Haushaltsplan noch vor Jahresende vom Rat verabschiedet. Diesmal verzögern sich die Beratungen jedoch wegen der Kommunalwahlen. Die endgültige Abstimmung über den Etat ist nun für den 24. März angesetzt.

Eggert, Mitglied der FDP, betonte, dass er in seiner Funktion als Kämmerer die Verwaltung vertritt – und nicht eine politische Partei. Zu seinen Aufgaben gehören die Finanzaufsicht sowie die Verantwortung für öffentliche Sicherheit, Schulen, Rettungsdienste und städtische Gebäude. Er warnte davor, dass Bergisch Gladbach einen Haushaltssicherungskonzept vermeiden müsse, da dieses strenge finanzielle Vorgaben mit sich bringe und die kommunale Selbstverwaltung einschränke.

Der Großteil der städtischen Ausgaben ist fest verplant, sodass kaum Spielraum für Kürzungen bleibt. Die größten Belastungen sind die sozialen Leistungen sowie steigende Personalkosten, die durch Tariferhöhungen getrieben werden. Gleichzeitig sind die eigenen Einnahmen begrenzt, und die finanziellen Rücklagen schrumpfen. Trotz dieser Engpässe hat die Stadt für 2026 Investitionen in Höhe von 126 Millionen Euro vorgesehen – unter anderem für Schulen, Straßen, Kitas und die Umnutzung des Industriegeländes Zanders. Doch die Umsetzung scheitert oft am Fachkräftemangel und der schwierigen Suche nach geeigneten Baufirmen.

Die Verzögerung beim Haushalt ist sowohl auf die Wahl als auch auf langfristige finanzielle Spannungen zurückzuführen. Da die fixen Kosten den Großteil der Ausgaben ausmachen und die Einnahmequellen begrenzt sind, steht die Stadt vor schwierigen Entscheidungen. Ob die geplanten Investitionen für 2026 realisiert werden können, hängt davon ab, ob das nötige Know-how verfügbar ist – und ob weitere Haushaltsbeschränkungen vermieden werden.

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