Bergkamen-Heil baut flexibles Gaskraftwerk für Wasserstoff und Energiewende
Klaus-Michael JopichBergkamen-Heil baut flexibles Gaskraftwerk für Wasserstoff und Energiewende
In Bergkamen-Heil, Nordrhein-Westfalen, entsteht ein neues Gaskraftwerk, das künftig auch mit Wasserstoff betrieben werden könnte. Das von Steag-Iqony geleitete Projekt soll den deutschen Energiewandel vorantreiben und gleichzeitig eine zuverlässige Stromversorgung sichern. Parallel dazu läuft das bestehende Kohlekraftwerk trotz seines Reserve-Status weiterhin mit voller Kapazität.
Steag-Iqony hat die Pläne für das moderne, flexible Kraftwerk neben dem aktuellen Kohlestandort konkretisiert. Gespräche mit den lokalen Behörden fanden bereits statt, und zentrale Komponenten wurden vorbestellt. Das Unternehmen sieht in Bergkamen den idealen Standort – dank der gut ausgebauten Energieinfrastruktur und des hohen Bedarfs.
Das Vorhaben ist Teil einer größeren Initiative, Kohle durch sauberere Alternativen zu ersetzen. Nordrhein-Westfalen, das als Teil des "netztechnischen Südens" eingestuft wird, profitiert dabei von einem "Süd-Bonus" im bundesweiten Standortvergabeverfahren. Dieser Bonus begünstigt südliche Regionen gegenüber Nord- und Ostdeutschland und erhöht die Chancen des Landes, Kapazitäten zu sichern. Die Bundesregierung plant, bundesweit 12 Gigawatt geförderte Leistung zu verteilen, wobei Nordrhein-Westfalen fünf Gigawatt anstrebt. Die genauen Vergabekriterien für die Ausschreibungen sind jedoch noch nicht bekannt – Unternehmen wie RWE, Uniper und Trianel, die jeweils eigene Projekte verfolgen, warten auf Klarheit. Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche wird bei der Entscheidung eine zentrale Rolle spielen.
Der Leiter des Kohlekraftwerks äußerte sich unterstützend zum Energiewandel und zum schrittweisen Kohleausstieg. Dennoch läuft die Anlage weiterhin mit voller Leistung als Reservekraftwerk.
Das neue Kraftwerk in Bergkamen-Heil könnte zu einem Schlüsselprojekt der deutschen Energiezukunft werden, da es flexibel zwischen Erdgas und Wasserstoff wechseln kann. Bei einer Genehmigung würde es zum nordrhein-westfälischen Anteil an den 12 Gigawatt beitragen und die hohe Energienachfrage der Region decken. Die endgültige Entscheidung hängt von den noch nicht veröffentlichten Ausschreibungskriterien der Bundesregierung ab.