28 January 2026, 02:41

Bewegende Holocaust-Gedenkfeier in Willich verbindet Erinnerung mit Mahnung

Ein Steinplaque an einer Wand mit eingraviertem Text, umgeben von Pflanzen am Boden, wahrscheinlich ein Holocaust-Denkmal.

Bewegende Holocaust-Gedenkfeier in Willich verbindet Erinnerung mit Mahnung

Gedenkveranstaltung in Willich ehrt jüdische Opfer des Holocaust mit Reden, Musik und Besinnung

In Willich fand eine Gedenkfeier statt, die an die jüdischen Opfer des Holocaust erinnerte – mit bewegenden Ansprachen, Musik und Momenten der Stille. Organisiert von Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern, begann die Veranstaltung in der Schneekapelle und endete im Pädagogischen Zentrum der Schule. Unter den Teilnehmenden waren lokale Amtsträger, Pädagoginnen und Pädagogen sowie Mitglieder der jüdischen Gemeinde.

Den Auftakt bildete ein Gebet in der Schneekapelle, gefolgt von einer Kranzniederlegung am Holocaust-Mahnmal. Aufstelltafeln dokumentierten die Schicksale der ermordeten jüdischen Männer, Frauen und Kinder aus Willich und konfrontierten die Anwesenden eindringlich mit der Vergangenheit.

Zu Wort melden sich Schulleiterin Andrea Großkraumbach, Max Mamrotski von der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf sowie Willichs Bürgermeister Christian Pakusch. Großkraumbach betonte die Bedeutung von Bildung im Kampf gegen Antisemitismus, Rassismus und Feindseligkeit. Mamrotski zog Parallelen zwischen dem Holocaust und heutiger Hasskriminalität und rief dazu auf, Gleichgültigkeit und Vorurteile entschlossen entgegenzutreten. Pakusch kritisierte rechtsextreme Politiker, die die Gräueltaten des Holocaust verharmlosen, und äußerte Besorgnis über den wachsenden Extremismus in den USA.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Klavierstücken wie Mad World von Tears for Fears und Hallelujah von Leonard Cohen. Ein Höhepunkt war Marc Riedls Interpretation von Bodo Wartkes Das Land, in dem ich leben will – ein Moment der Hoffnung inmitten der feierlichen Andacht. Die Lehrerinnen Sandra Schwab und Leonie Coun koordinierten gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern das Programm. Ziel der Veranstaltung war es, ein nachhaltiges Zeichen zu setzen und gleichzeitig eine Botschaft der Widerstandsfähigkeit und des Gedenkens zu vermitteln.

Die Gedenkfeier vereinte Stimmen aus Bildung, Politik und der jüdischen Gemeinschaft. Durch Reden, Musik und Reflexion ehrte sie die Opfer der Vergangenheit und mahnte zugleich zur Wachsamkeit gegenüber heutigem Hass. Die Organisatorinnen und Organisatoren hoffen, dass die Veranstaltung zu anhaltendem Bewusstsein und Engagement anregt.