Bochum ringt um faire Taxi-Tarife im Kampf gegen Uber und Co.
Klaus-Michael JopichBochum ringt um faire Taxi-Tarife im Kampf gegen Uber und Co.
In Bochum wird derzeit geprüft, wie der Preiskampf zwischen Taxis und Fahrdienstvermittlern wie Uber geregelt werden kann. Die Stadtverwaltung erwägt Änderungen der Taxivorschriften, um ein flexibleres System zu schaffen. Anders als im benachbarten Essen setzen die Verantwortlichen hier auf einen anderen Ansatz, um die Tarife wettbewerbsfähig zu halten.
Die Debatte war durch einen Vorstoß der Freien Demokratischen Partei (FDP) ausgelöst worden, die Taxiunternehmen mehr Spielraum bei der Preisgestaltung einräumen will. Ihr Plan sieht vor, dass Fahrer niedrigere Preise anbieten oder vor der Fahrt mit den Kunden Festpreise vereinbaren dürfen – ähnlich wie bei Uber. Die FDP könnte zudem eine Petition starten, um die Änderungen voranzutreiben.
Die von SPD und Grünen geführte Bochumer Verwaltung hat einen Kompromissvorschlag vorgelegt. Demnach sollen einheitliche Höchstpreise für Taxis und Fahrdienstvermittler gelten: 2,50 Euro pro Kilometer am Tag und 3,50 Euro in der Nacht, ab März 2026. Dies steht im Kontrast zu Essen, wo die CDU dynamische Preismodelle bei Fahrdiensten komplett verbieten will.
Aktuell wird ein Gutachten erstellt, das eine neue Tarifstruktur für Taxis entwerfen soll. Die Stadt erwartet bis zum Spätsommer eine Entscheidung über das Modell. Die Verantwortlichen zeigen sich zwar offen für eine Anpassung der Vorschriften, eine Erhöhung der Mindestpreise – wie in Essen geplant – gilt jedoch als unwahrscheinlich.
Ziel der geplanten Änderungen ist es, den Wettbewerb zwischen Taxis und Fahrdienst-Apps auszubalancieren. Sollte der neue Tarifrahmen beschlossen werden, würde er Anfang 2026 in Kraft treten. Die endgültige Entscheidung hängt vom Gutachten und weiteren politischen Beratungen ab.






