31 January 2026, 19:17

Brandenburg feiert den Start der Karnevalssaison mit Schlüsselübergabe und bunten Umzügen

Eine Menschenmenge steht vor dem Brandenburger Tor in Berlin, Deutschland, viele tragen Mützen und Taschen, einige halten Schilder, mit den Säulen und Statuen des Tors im Hintergrund und Gebäuden mit Fenstern und einem dunklen Himmel.

Rathäuser gestürmt - Karneval in Brandenburg beginnt - Brandenburg feiert den Start der Karnevalssaison mit Schlüsselübergabe und bunten Umzügen

Die Karnevalssaison ist offiziell in Brandenburg eröffnet worden – die Feierlichkeiten verbreiten sich über ganz Ostdeutschland. Rund 150 Menschen versammelten sich am Rathaus Babelsberg in Potsdam, wo die Bürgermeisterin der Stadt symbolisch die Schlüssel an die Jecken übergab. Unterdessen fand in Cottbus ein lebendiges Treiben mit mehreren hundert Teilnehmenden statt, die sich dem bunten Spektakel anschlossen.

Die Veranstaltung in Potsdam musste im Rathaus Babelsberg stattfinden, da das Hauptgebäude der Stadt noch saniert wird. Die neu gewählte Bürgermeisterin Noosha Aubel nutzte den Anlass, um den Karnevalisten symbolisch die Schlüssel zum Haus zu überreichen. Fred Witschel, Präsident des Berliner-Brandenburgischen Karnevalsverbands, betonte die Bedeutung solcher Zusammenkünfte, die Momente der Freude und Leichtigkeit in die Gemeinden bringen.

Die Karnevalstraditionen in Ostdeutschland blicken im Vergleich zum Rheinland oder den süddeutschen Regionen auf eine deutlich kürzere Geschichte zurück. Während Städte wie Köln seit dem 19. Jahrhundert feiern – mit fest etablierten Umzügen und Vereinen wie Die Grosse von 1823 – entwickelte sich in ostdeutschen Bundesländern wie Sachsen erst vor etwa 20 Jahren eine eigene Karnevalskultur. Diese jüngeren Bräuche setzen stärker auf künstlerischen Ausdruck, Humor und die Einbindung des Publikums, oft geprägt von Persönlichkeiten wie Dresdens Klaus Weichelt. Im Rheinland hingegen dominieren prunkvolle Umzüge, das Dreigestirn (Prinz, Bauer, Jungfrau) und Traditionen wie den Weiberfastnacht, bei dem Frauen den Männern symbolisch die Krawatten abschneiden.

Die ostdeutsche Karnevalskultur soll nun als immaterielles Kulturerbe anerkannt werden. Die Initiative zielt darauf ab, ihren Beitrag zur kulturellen Vielfalt und zum sozialen Zusammenhalt hervorzuheben. Parallel zu den Feierlichkeiten gibt es jedoch auch Debatten über kulturelle Aneignung, Inklusion und einen respektvollen Umgang mit den Traditionen.

Die Karnevalssaison in Brandenburg läuft nun auf Hochtouren, mit Potsdam und Cottbus als Vorreiter. Die symbolische Schlüsselübergabe in Potsdam und die laufenden Diskussionen über das Kulturerbe unterstreichen die wachsende Bedeutung dieser Bräuche. Die Veranstalter betonen weiterhin die Rolle des Karnevals als Katalysator für Gemeinschaftsgeist und kreative Entfaltung.