Bundeskartellamt warnt: Europa droht die Tech-Dominanz von Google & Co. zu verlieren
Martina SieringBundeskartellamt warnt: Europa droht die Tech-Dominanz von Google & Co. zu verlieren
Andreas Mundt, der Präsident des deutschen Bundeskartellamts, hat gewarnt, dass Europa seine Wirtschaftspolitik stärken muss, um den wachsenden Wettbewerbsproblemen zu begegnen. Seine Sorgen gelten vor allem dem übermäßigen Einfluss von Technologiegiganten wie Google und Meta auf Cloud-Dienste, den Zugang zu Daten und finanzielle Ressourcen.
Mundt betonte, dass bestehende Vorschriften – etwa die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) – kleinere Unternehmen oft stärker belasten als Großkonzerne. Er warnte, dass selbst gut gemeinte Regelungen wie der geplante EU-KI-Gesetzentwurf (AI Act) die Vorherrschaft der Marktführer weiter festigen könnten, wenn sie nicht sorgfältig umgesetzt werden.
Die Europäische Kommission hatte den AI Act im April 2021 als Teil einer umfassenden Strategie zur Regulierung Künstlicher Intelligenz in der EU vorgestellt. Mundt räumte ein, dass der Wettbewerb bei grundlegenden KI-Modellen – wie denen hinter ChatGPT oder Googles NotebookLM – zwar noch intakt sei. In den meisten anderen Technologiebereichen jedoch dominierten nur noch wenige Großkonzerne. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, schlug Mundt die Schaffung einer echten Kapitalmarktunion innerhalb der EU vor. Dies würde Start-ups den Zugang zu besserer Finanzierung erleichtern und die Vorherrschaft der Tech-Riesen über Innovation und Marktzugang verringern.
Mundts Warnungen unterstreichen die Notwendigkeit einer ausgewogenen Regulierung, die faire Wettbewerbsbedingungen fördert, ohne dabei ungewollt die etablierten Marktführer zu begünstigen. Sein Appell für robustere wirtschaftliche Rahmenbedingungen und verbesserte Finanzierungsmöglichkeiten zielt darauf ab, eine weitere Machtkonzentration in den Händen weniger Technologiekonzerne zu verhindern.