05 June 2026, 11:48

Bundesrat verschärft Tierschutzregeln für Lebendtier-Exporte in Drittstaaten

Tierwohl im Tiertransport: Bundesrat setzt Berlin unter Druck

Bundesrat verschärft Tierschutzregeln für Lebendtier-Exporte in Drittstaaten

Bundesrat verschärft Tierschutz bei Lebendtier-Exporten in Drittstaaten

Der deutsche Bundesrat hat Maßnahmen ergriffen, um den Tierschutz bei Lebendtier-Exporten in Länder außerhalb der EU zu verbessern. Am 26. September 2025 verabschiedete das Gremium einen Beschluss, der strengere Vorschriften und klarere rechtliche Schutzmechanismen fordert. Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund wiederkehrender Vorwürfe wegen Verstößen gegen Tierschutzbestimmungen während des Transports in Drittstaaten.

Die Initiative ging von Nordrhein-Westfalen aus. Der Beschluss benennt ein zentrales Problem: Den Behörden fehlen derzeit die Befugnisse, um Verstöße gegen den Tierschutz bei Tiertransporten wirksam zu unterbinden. In der Vergangenheit wurden solche Vergehen bereits dokumentiert – und Experten warnen, dass sich ähnliche Fälle ohne Gegenmaßnahmen wiederholen könnten.

Die Länder drängen auf schärfere EU-weite Regelungen. Dem Beschluss zufolge sollen Lebendtier-Exporte in Drittstaaten nur noch genehmigt werden, wenn das Zielland sich verbindlich zur Einhaltung des Terrestrischen Tierschutzcodes der Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) verpflichtet. Zudem fordert der Bundesrat, dass künftige tierärztliche Gesundheitszeugnisse konkrete Tierschutzstandards enthalten.

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Ein weiterer Punkt zielt auf die Rolle der EU-Kommission ab. Der Bundesrat verlangt, dass die Behörde das Recht erhält, bei Verstößen eigenständig Ermittlungen einzuleiten und Exporte bis zur Behebung der Mängel zu stoppen. Darüber hinaus wird die Bundesregierung aufgefordert, ihre Entscheidung aus dem Jahr 2023 zu überprüfen, mit der sie bilaterale tierärztliche Bescheinigungen für den Export von Zuchttieren zurückgezogen hatte.

Der Beschluss definiert klare Anforderungen für sichere Tiertransporte: rechtlich verbindliche EU-Regelungen, verschärfte Exportauflagen und erweiterte Kontrollbefugnisse. Ohne diese Änderungen, so die Warnung der Verantwortlichen, werde es bei Lebendtier-Exporten voraussichtlich weiter zu Tierschutzverstößen kommen.

Quelle