21 March 2026, 16:27

Deepfakes in Deutschland: Warum das Recht Opfer im Stich lässt

Liniengraph, der die Anzahl der Insolvenzfälle in den Vereinigten Staaten von 1995 bis 2011 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Deepfakes in Deutschland: Warum das Recht Opfer im Stich lässt

Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, hat sich zur wachsenden Bedrohung durch Deepfakes geäußert. Sie lobte die Schauspielerin Collien Fernandes für ihren Mut, mit ihrer eigenen Erfahrung an die Öffentlichkeit zu gehen. Gleichzeitig kritisierte Neubaur die zögerliche Reaktion der Gesetzgeber bei der Bekämpfung dieses Problems.

Der Fall Fernandes hat erhebliche rechtliche Lücken in Deutschlands Umgang mit Deepfakes offenbart. Bisher sind lediglich die Verbreitung solcher Fälschungen oder gezielte Angriffe auf Minderjährige strafbar – die Erstellung bleibt weitgehend ungeregelt. Deutsche Gerichte stützen sich bisher auf schwächere Gesetze wie Beleidigung oder Bildrechte. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig hat nun Reformen angekündigt, um diese Schlupflöcher bei der Verfolgung digitaler Gewalt zu schließen.

Neubaur warnte, dass Deepfakes längst kein Nischenproblem mehr seien, sondern eine flächendeckende Gefahr darstellten. Sie forderte dringende Änderungen im Sexualstrafrecht und eine Gleichstellung von digitaler und physischer Gewalt. Zu ihren Vorschlägen gehörte die Einrichtung spezialisierter Gerichte, die sowohl analoge als auch digitale Sexualstraftaten behandeln.

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Spanien ist hier bereits strengere Wege gegangen: Das Land hat Haftstrafen von ein bis zwei Jahren für die Verbreitung von Deepfakes eingeführt und plant, die Erstellung sexueller Deepfakes vollständig unter Strafe zu stellen. Deutschland hingegen fehlen nach wie vor klare Regelungen für die Urheber, was Opfer mit nur unzureichendem rechtlichem Schutz zurücklässt.

Neubaur bezeichnete Fernandes als "eine mutige Frau", deren öffentliches Eintreten anderen Betroffenen ein starkes Signal sende. Der Fall zwingt die deutschen Behörden, ihre Haltung zu digitaler Gewalt zu überdenken. Angesichts der strengeren Vorgaben aus Spanien wächst der Druck auf Deutschland, mit schärferen Gesetzen nachzuziehen.

Quelle