Derbitag in Leverkusen: Kölns Fans boykottieren, die Mannschaft verliert 0:2
Klaus-Michael JopichDerbitag in Leverkusen: Kölns Fans boykottieren, die Mannschaft verliert 0:2
Kölner Derby-Tag zum Vergessen
Marvin Schwäbe schüttelte den Kopf. Unruhe beim 1. FC Köln nach einem Derby-Tag zum Vergessen? „Nein!“, sagte der Torhüter entschlossen – fünf Bundesliga-Spiele in Folge ohne Sieg bereiten dem Kapitän (noch) keine Sorgen. Stattdessen machte sich Schwäbe mehr Gedanken um die Situation einiger Kölner Fans, die wegen eines Boykotts beim verdienten 0:2 (0:0) ihres Teams bei Bayer 04 Leverkusen auffällig abwesend waren.
Veröffentlicht am 14. Dezember 2025, 04:10 Uhr MEZ
Die Stimmung kochte hoch beim Derby zwischen dem 1. FC Köln und Bayer 04 Leverkusen am 13. Dezember 2025: Hunderte Auswärtsfans boykottierten die Partie. Der Protest richtete sich gegen angeblich überzogene Polizeikontrollen – darunter ein Vorfall, bei dem ein Anhänger gezwungen worden sein soll, sich komplett auszuziehen. Auf dem Platz setzte sich unterdessen die sportliche Krise der Kölner mit einer 0:2-Niederlage fort.
Der Eklat begann noch vor Anpfiff: Rund 500 Kölner Anhänger verließen aus Protest das Stadion und warfen den Sicherheitsbehörden „unverhältnismäßige Kontrollen“ vor. Laut Kölner Fan-Hilfe sei ein Fan während einer Durchsuchung gezwungen worden, sich vollständig zu entkleiden – eine Darstellung, die die Behörden zurückweisen. Die leeren Gästeblöcke zogen Kritik von Sportdirektor Thomas Kessler und Trainer Lukas Kwasniok nach sich, die beide die Bedeutung der Fans für die Mannschaft betonten.
Auf dem Rasen besorgte Martin Terrier in der 66. Minute mit einem spektakulären „Skorpion-Kick“ die Führung für die Werkself. Bayer 04 siegte am Ende mit 2:0 und verlängerte damit Kölns sieglose Serie auf fünf Bundesliga-Spiele. Selbst die Leverkusener Ultra-Gruppen zeigten Solidarität mit den Kölner Fans und verließen kurz nach Anpfiff ihre Blöcke – eine ungewöhnliche Geste, die die surreal anmutende Atmosphäre unterstrich.
Trotz der Niederlage blieb Torhüter Marvin Schwäbe gelassen und blickte bereits auf die nächste Aufgabe. Zwar räumte er ein, dass die fehlende Unterstützung der Fans spürbar war, doch die Mannschaft wolle sich nicht von der Negativserie lähmen lassen. Mit nur fünf Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge wird Köln nun versuchen, das Jahr mit einem positiven Ergebnis gegen Union Berlin am kommenden Samstag abzuschließen.
Der Boykott und die Niederlage setzen den FC sowohl sportlich als auch abseits des Platzes unter Druck. Vor dem letzten Spiel des Jahres 2025 muss sich das Team sammeln, während die Auseinandersetzung um die Fanproteste weiter schwelt. Zwischen Polizei und Fangruppen gibt es bisher keine Einigung über die Darstellung des Vorfalls vor dem Spiel.






