30 December 2025, 06:43

Deutsche Telekom plant KI-Gigafactory – trotz Aktienrückgang und Service-Kritik

Ein Raum mit Menschen an einem Tisch sitzend, die auf Laptops arbeiten, umgeben von mehreren Flyern mit verschiedenen Werbeanzeigen.

Deutsche Telekom plant KI-Gigafactory – trotz Aktienrückgang und Service-Kritik

Deutsche Telekom treibt Pläne für ein großes KI-Rechenzentrum in Europa voran

In einer Botschaft zum Jahresende 2025 kündigte Vorstandsvorsitzender Timotheus Höttges an, dass das Unternehmen gemeinsam mit Nvidia und der Schwarz Gruppe ein ehrgeiziges Projekt umsetzen will. Der Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Telekom unter Kritik an ihren Kundenservice-Praktiken und einem jüngsten Kursrückgang steht.

Die geplante „KI-Gigafactory“ soll die Abhängigkeit von US-amerikanischen Cloud-Anbietern verringern. Deutsche Telekom und die Schwarz Gruppe streben eine eigenständige KI-Infrastruktur an, die neue Geschäftschancen im B2B-Bereich eröffnen soll. Unterdessen bleibt die US-Tochter T-Mobile US ein stabiler Gewinnträger für den Konzern.

Die Aktie hatte in diesem Jahr mit Gegenwind zu kämpfen: Seit Januar verlor sie rund 6 % und notiert aktuell bei 27,43 Euro. Damit liegt sie knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 28,11 Euro – ein Zeichen für eine Konsolidierungsphase. Analysten sehen den fairen Wert der Aktie jedoch zwischen 37 und 39 Euro.

Anleger blicken nun gespannt auf die nächsten Quartalszahlen, die am 26. Februar 2026 veröffentlicht werden. Für April 2026 wird eine Dividende von 1,00 Euro pro Aktie erwartet. Gleichzeitig sieht sich das Unternehmen Vorwürfen ausgesetzt, sogenannte „Dark Patterns“ einzusetzen – irreführende Online-Designs, die es Kunden erschweren, Verträge zu kündigen.

Mit dem Ausbau der KI setzt die Deutsche Telekom auf zukünftiges Wachstum, während sie sich gleichzeitig den Herausforderungen am Aktienmarkt stellen muss. Die anstehenden Geschäftszahlen und die Dividendenausschüttung werden für Aktionäre richtungsweisend sein. Die regulatorischen Bedenken hinsichtlich der Kundenservice-Praktiken bleiben jedoch weiterhin ungelöst.