Deutsche Telekom übernimmt 75-Kilometer-Glasfasernetz in Essen von DOKOM21
Hans-Gerd JunkDeutsche Telekom übernimmt 75-Kilometer-Glasfasernetz in Essen von DOKOM21
DOKOM21 verkauft 75-Kilometer-Glasfasernetz in Essener Stadtteilen an Deutsche Telekom
DOKOM21 hat sein 75 Kilometer langes Glasfasernetz in den Essener Stadtteilen Frohnhausen und Huttrop an die Deutsche Telekom veräußert. Die Entscheidung folgt auf monatelange Bewertungen und Verhandlungen mit mehreren Interessenten. Das Unternehmen betonte, dass der Verkauf nicht auf finanzielle Schwierigkeiten zurückzuführen sei, sondern auf eine bevorstehende regulatorische Änderung.
Der Verkaufsprozess begann bereits lange vor dem endgültigen Abkommen. DOKOM21 hatte 27 potenzielle Käufer kontaktiert, darunter die Deutsche Telekom, die aufgrund ihres Engagements beim Ausbau der Glasfaserinfrastruktur in Nordrhein-Westfalen als starker Kandidat galt. Die Gespräche mit dem Telekommunikationsriesen zogen sich bis Ende 2025 hin, bevor eine Einigung erzielt wurde.
Alternativen wie der Ausbau des Netzes zu einer vollständigen Glasfaseranschlusslösung (Fiber to the Home, FTTH) oder die Beibehaltung des Status quo wurden ebenfalls in Betracht gezogen. Auch Open-Access-Vereinbarungen wurden geprüft, hätten jedoch erhebliche Investitionen erfordert. Letztlich entschied sich das Unternehmen für den Verkauf als besten Weg. Auslöser war das Auslaufen einer Nebenkostenprivilegierung am 1. Juli 2024 – nicht die wirtschaftliche Performance des Netzes. DOKOM21 bestätigte, dass die Mitgliedschaft im regionalen Branchenverband BUGLAS keine Rolle bei der Entscheidung spielte.
Um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten, bleiben Kunden vorerst über FTTH-Anschlüsse verbunden, um Unterbrechungen zu vermeiden. Die Deutsche Telekom übernimmt den Betrieb und wird das Netz als Open-Access-Infrastruktur weiterentwickeln. Nach Abschluss der Übergabe können Nutzer zu anderen Anbietern wechseln. Ein genauer Zeitplan für den Markteintritt der Telekom steht noch aus. Die technischen Details der Vereinbarung sollen bis Ende 2026 finalisiert werden. Das Abkommen lässt zudem Raum für künftige Verhandlungen, die der Telekom potenziellen Zugang zum Kernnetz von DOKOM21 in Dortmund unter Open-Access-Bedingungen ermöglichen könnten.
Der Verkauf markiert einen Wandel in der Essener Glasfaserinfrastruktur, für deren Ausbau nun die Deutsche Telekom verantwortlich ist. Kunden behalten nach Abschluss der Übergabe die Möglichkeit, zu alternativen Anbietern zu wechseln. Die letzten technischen Schritte sollen bis Ende 2026 abgeschlossen sein.