30 April 2026, 18:26

Deutsche Unternehmen scheitern an der Umsetzung digitaler Souveränität – trotz hoher Priorität

Diagramm eines Cloud-Computing-Systems mit mehreren Geräten (Laptop, Handy, Tablet), die sicher über Schlösser verbunden sind und den Zugriff auf Anwendungen und Daten von jedem vernetzten Gerät veranschaulichen.

Deutsche Unternehmen scheitern an der Umsetzung digitaler Souveränität – trotz hoher Priorität

Eine neue Studie offenbart eine Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit, wenn es um die digitale Souveränität deutscher Unternehmen geht. Zwar erkennen die meisten Firmen deren Bedeutung an, doch nur wenige verfügen über konkrete Strategien. Die Erkenntnisse stammen aus dem Digital-Souveränitäts-Index (DSI), einer gemeinsamen Untersuchung von Adesso und dem Handelsblatt Research Institute.

Laut der Umfrage halten 92 Prozent der Unternehmen digitale Souveränität für wichtig. Doch lediglich 21 Prozent verfügen über eine eigenständige Strategie dazu. Noch weniger – nur 13 Prozent – binden das Thema in ihre übergeordnete Unternehmensplanung ein.

Die Verantwortung für digitale Souveränität liegt in den meisten Fällen bei den IT-Abteilungen: 46 Prozent der Firmen übertragen ihnen diese Aufgabe. Bei 25 Prozent ist der Vorstand zuständig. Der Fokus bleibt dabei oft begrenzt, meist auf Cloud-Dienste und IT-Sicherheit beschränkt.

Aktuell bewerten die Unternehmen ihre digitale Souveränität im Schnitt mit 65,8 von 100 Punkten. Ihr Zielwert liegt höher – bei 77,8 Prozent –, doch absolute Unabhängigkeit streben sie nicht an. Die Abhängigkeit von nicht-europäischen Anbietern besteht weiter, insbesondere bei kritischen Technologien wie Cloud-Computing, Software und KI.

Trotz der Herausforderungen wären 80 Prozent der Firmen bereit, für souveräne Lösungen einen Aufpreis zu zahlen. Im Durchschnitt akzeptieren sie einen Aufschlag von 17 Prozent. Mark Lohweber, Vorstandsvorsitzender von Adesso, warnt jedoch, dass viele Unternehmen die strategischen Risiken einer Vernachlässigung der digitalen Souveränität weiterhin unterschätzen.

Die Studie zeigt eine deutliche Diskrepanz zwischen Bewusstsein und Umsetzung. Die meisten Unternehmen erkennen zwar den Bedarf an digitaler Souveränität, doch strukturierte Pläne zur Erreichung fehlen. Zwar signalisiert die Investitionsbereitschaft Potenzial für Veränderungen, doch die Abhängigkeit von externen Anbietern bleibt eine Hürde.

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