20 February 2026, 15:07

Deutschland spaltet sich: Reiche werden reicher, Arme kämpfen um Existenzsicherung

Eine alte Karte von Westfalen auf einem Stück Papier, die geografische Merkmale wie Flüsse, Berge und Städte detailliert zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Informationen über die Region und ihre Bewohner liefert.

Deutschland spaltet sich: Reiche werden reicher, Arme kämpfen um Existenzsicherung

Deutschland steht vor wachsenden Sorgen über Vermögensungleichheit und wirtschaftliche Gerechtigkeit

Eine aktuelle Studie zeigt, dass 62 Prozent der Bürgerinnen und Bürger das Land mittlerweile als ungerecht empfinden – der höchste Wert seit der Finanzkrise 2008. Gleichzeitig belegen Daten eine extreme Konzentration von Wohlstand: Die Hälfte aller Erbschaften fließt an die reichsten 10 Prozent der Haushalte.

Die Kluft zwischen Arm und Reich hat sich in den vergangenen Jahren deutlich vertieft. In Nordrhein-Westfalen hat sich die Einkommensscheere zwischen den obersten und untersten 10 Prozent weiter geöffnet: 2024 verdienten die Ärmsten unter den Spitzenverdienern 3,91-mal so viel wie die Reichsten unter den Geringverdienern. Auch die Armutsgefährdungsquote in der Region ist gestiegen – von 16,2 Prozent im Jahr 2014 auf 17,8 Prozent 2024.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Ein weiteres drängendes Problem ist die Altersarmut. 2024 waren 5,3 Prozent der über 66-Jährigen in Nordrhein-Westfalen auf Grundsicherungsleistungen angewiesen. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Spitzenverdiener im Land zwischen 2013 und 2021 fast verdoppelt – von 4.264 auf 7.871.

Bundesweit bleibt der Wohlstand stark konzentriert. Der Gini-Koeffizient für Vermögen liegt in Deutschland bei etwa 0,81 – ein Indiz für extreme Ungleichheit. Zudem entfällt die Hälfte aller Erbschaften auf die reichsten 10 Prozent, während sich die übrige Bevölkerung die andere Hälfte teilt.

Trotz nachlassender Inflation halten die wirtschaftlichen Belastungen an. Zwar sank die Teuerungsrate im Januar 2026 auf 2,1 Prozent, doch die Preise für Lebensmittel – insbesondere für Süßwaren, Obst und Fleisch – bleiben hoch. Die öffentliche Wahrnehmung spiegelt diese Schwierigkeiten wider: Nur noch ein Drittel der Deutschen glaubt, dass das Land seine Bürger fair behandelt. Von denen, die Ungerechtigkeit wahrnehmen, machen 35 Prozent die wachsende Vermögenskluft dafür verantwortlich.

Die Daten zeichnen das Bild einer sich vertiefenden Spaltung in der deutschen Wirtschaftslandschaft. Mit zunehmender Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen sehen sich immer mehr Menschen finanziellen Unsicherheiten ausgesetzt – besonders im Alter. Gleichzeitig hat die Unzufriedenheit mit der sozialen Gerechtigkeit ein Niveau erreicht, wie es seit dem letzten großen Wirtschaftseinbruch nicht mehr verzeichnet wurde.