17 March 2026, 00:51

Deutschlands Brauereien kämpfen um ihr Überleben – wer schafft die Wende?

Ein Plakat, das Bier in Amsterdam bewirbt und eine Gruppe von Menschen zeigt, von denen einige Gläser halten, sowie Text und ein Logo.

Deutschlands Brauereien kämpfen um ihr Überleben – wer schafft die Wende?

Deutschlands Bierbranche erlebt 2025 einen drastischen Einbruch – mit einem Umsatzrückgang von sechs Prozent, dem stärksten seit der Wiedervereinigung. Besonders in Lübbecke und Bielefeld kämpfen viele Brauereien ums Überleben, da die Nachfrage einbricht. Doch einige, wie die Barre Brauerei und die Bielefelder Braumanufaktur, passen sich an, indem sie auf alkoholfreie Biere und regionale Vermarktung setzen.

Am härtesten trifft der Abschwung kleine Brauereien, die landesweit schließen müssen. Christoph Barre, Geschäftsführer der Barre Brauerei, warnt vor einer steigenden Zahl von Insolvenzen in der Branche. Um zu überleben, setzt sein Betrieb auf lokale Verwurzelung: mit Führungen, Merchandise-Verkauf und Messeauftritten. Gleichzeitig betont er, das Unternehmen unabhängig zu halten – statt es an einen Großkonzern zu verkaufen.

Die Bielefelder Braumanufaktur hingegen setzt auf alkoholfreies Bier als Zukunftsmodell. Gründer Mike Cacic sieht darin das stärkste Langzeitprodukt, angesichts der rasant wachsenden Beliebtheit. Seit 2020 ist der Marktanteil alkoholfreien Bieres in Deutschland von 1,5 auf über vier Prozent gestiegen – mit jährlichen Zuwächsen von 20 bis 25 Prozent. In Regionen wie Nordrhein-Westfalen und Bayern macht es mittlerweile fünf bis sechs Prozent des Absatzes aus.

Beide Brauereien haben die Produktion alkoholfreier Sorten hochgefahren, um die Nachfrage zu bedienen. Die Bielefelder Braumanufaktur positioniert sich sogar neu – als breiter aufgestellter Getränkehersteller, der über das klassische Bier hinauswächst.

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Der Trend zu alkoholfreiem Bier spiegelt veränderte Konsumgewohnheiten wider, bei denen gesündere Alternativen an Bedeutung gewinnen. Brauereien, die sich anpassen – wie Barre und die Bielefelder Braumanufaktur –, finden Wege, um zu bestehen. Doch für diejenigen, die nicht umsteuern können, bleibt der Branchenabschwung eine existenzielle Bedrohung.

AKTUALISIERUNG

NRW Brauereien erleben 2025 einen Rückgang der Verkäufe um 4 % – Was steckt dahinter?

Neue Daten zeigen einen Rückgang der Verkäufe um 4 % für NRW-Brauereien im Jahr 2025, der die nationale Durchschnittsrate von 6 % übertrifft. Wichtige Faktoren sind:

  • Verringerter Alkoholkonsum in allen Altersgruppen
  • Hohe Energiekosten und Lohnkosten
  • Pils bleibt mit 70 % der Produktion dominant
  • Insolvenzraten steigen weiter Der Präsident des Brauereiverbands NRW, Michael Hollmann, bezeichnet die Situation als 'Krise', zeigt aber vorsichtigen Optimismus bezüglich Trends wie dem Wachstum von alkoholfreiem Bier.