Deutschlands Tischtennis-Team will ohne Boll zurück an die Spitze Europas
Martina SieringDeutschlands Tischtennis-Team will ohne Boll zurück an die Spitze Europas
Deutschlands Tischtennis-Team bereitet sich auf sein erstes großes Turnier seit dem Rücktritt der Legende Timo Boll vor. Die neu formierte Mannschaft will bei der anstehenden Europameisterschaft ihren Status als bestes Team Europas zurückerobern. An den Wänden des Düsseldorfer Trainingszentrums hängen Fotos vergangener Triumphe – darunter Bolls WM-Medaille von 2021.
Die deutsche Herrenmannschaft setzt nun auf erfahrene Spieler wie Benedikt Duda, Dang Qiu und Patrick Franziska, die aktuell auf den Plätzen 8, 14 und 15 der Weltrangliste stehen. Mit Boll (44) im Ruhestand und Dimitrij Ovtcharov (37) in einer Pause gehört das Team nicht mehr zu den jüngsten im Wettbewerb. Zu den bisherigen Erfolgen zählen neun Europameistertitel, sechs WM-Finals und vier olympische Medaillen.
Bei den Damen hat Sabine Winter, Deutschlands bestplatzierte Spielerin, mit 32 Jahren kürzlich Belag und Spielweise gewechselt. Annett Kaufmann, Junioren-Weltmeisterin, gilt als größtes Talent des Teams. Ihr Aufschwung könnte die Vorherrschaft der Männer bei der EM herausfordern.
Als Nationaltrainerin führt Tamara Boros, eine Kroatin und letzte Europäerin mit einer Einzel-WM-Medaille (2003), die Mannschaft an. Sportdirektor Richard Prause gibt zu, dass andere Nationen Deutschlands langjährige Dominanz im Tischtennis zunehmend infrage stellen.
Mit einer Mischung aus Routiniers und Nachwuchstalenten geht das deutsche Team in die Europameisterschaft – mit klarem Ziel: zu beweisen, dass es weiterhin Europas Bestes ist. Ein Erfolg würde ein neues Kapitel nach der Ära Boll und Ovtcharov einläuten.






