DFB-Pokal: Streit um Videobeweis nach umstrittenem Abseits-Fehler eskaliert
Klaus-Michael JopichTradition Meets Modernity: The Cup in the Video Refereeing Dilemma - DFB-Pokal: Streit um Videobeweis nach umstrittenem Abseits-Fehler eskaliert
Eine hitzige Debatte entbrennt über den Einsatz des Videobeweises im DFB-Pokal. Nach einem umstrittenen Schiedsrichterfehler in der zweiten Runde prallen die Meinungen von Kritikern und Befürwortern aufeinander. Allein in der letzten Saison gab der Deutsche Fußball-Bund (DFB) fast fünf Millionen Euro für die Technologie aus.
Die Diskussion erreichte einen neuen Höhepunkt, nachdem ein nicht geahndetes Abseits von Liverpools Luis Díaz im Spiel des 1. FC Köln gegen den FC Bayern München übersehen worden war. Nun mehren sich die Forderungen, den Videobeweis bereits ab der zweiten Pokalrunde einzusetzen – doch logistische Hürden stehen dem Vorhaben im Weg.
Der Streit begann, als Díaz' Abseitsstellung im Duell zwischen Köln und Bayern unentdeckt blieb. Der Fehler befeuerte die Debatte, ob der Videobeweis nicht schon ab der zweiten Runde des DFB-Pokals eingeführt werden sollte. Bayerns Sportdirektor Max Eberl unterstützte die Idee und argumentierte, dass Spiele mit hohem Einsatz eine zusätzliche Genauigkeit erforderten.
Doch nicht alle teilen diese Meinung. Kölns Trainer Lukas Kwasniok verglich die Abhängigkeit von GPS in der Schiedsrichterarbeit mit Autofahrern, die ihr Orientierungsgefühl verlieren. Er warnte, ein übermäßiger Technikeinsatz könnte die natürliche Entscheidungsfähigkeit der Unparteiischen schwächen. Sein Torhüter Ron-Robert Zieler widersprach jedoch und betonte, dass Schiedsrichter auch ohne Videobeweis wüssten, wie man ein Spiel leitet.
Hinter den Kulissen stellt die Infrastruktur eine Herausforderung dar. Jochen Drees, Innovationschef der Schiedsrichter GmbH, räumte ein, dass ein früherer Einsatz des Videobeweises zwar möglich sei, Personal- und technische Engpässe – besonders in Stadien der unteren Ligen – die Umsetzung jedoch erschweren. Der DFB betont seit Langem, dass für alle Mannschaften gleiche Bedingungen gelten müssen, unabhängig vom Austragungsort.
Die Diskussion flammt auf, während der Videobeweis in der Bundesliga längst etabliert ist und an diesem Wochenende wieder zum Einsatz kommt. Die fast fünf Millionen Euro, die der DFB in der vergangenen Saison in das System investierte, unterstreichen das Bekenntnis zur Technologie – doch über ihre Rolle im Pokal bleibt man uneins.
Der DFB steht vor einem Spagat zwischen Fairness und Machbarkeit. Während einige den Videobeweis ab der zweiten Pokalrunde fordern, bremsen logistische Hindernisse und unterschiedliche Meinungen unter Trainern und Funktionären die Entwicklung aus. Vorerst bleibt die Technologie fester Bestandteil der Bundesliga, doch ihre Zukunft im Pokal bleibt ungewiss.






