21 December 2025, 15:28

Digitalpakt 2.0: Solinger Schulen begrüßen Einigung - Aber die Liste der Mängel bleibt lang

Ein Collage mit mehreren Fotos einer Kindergruppe und begleitendem Text.

Digitalpakt 2.0: Solinger Schulen begrüßen Einigung - Aber die Liste der Mängel bleibt lang

DigitalPakt 2.0: Solinger Schulen begrüßen die Einigung – doch die Mängelliste bleibt lang

Solingen – Nach mehr als einem Jahr Stillstand gibt es endlich Bewegung bei der digitalen Ausstattung der Schulen: Bund und Länder haben sich auf den DigitalPakt 2.0 geeinigt. In Solingen wird die Entscheidung grundsätzlich begrüßt – von Euphorie kann jedoch keine Rede sein. Zu viele Baustellen gibt es noch, zu zahlreich sind die Geräte, die seit Langem defekt in den Regalen stehen.

  1. Dezember 2025, 10:24 Uhr

Bund und Länder haben den DigitalPakt 2.0 besiegelt – ein 5-Milliarden-Euro-Programm, um die digitale Infrastruktur an Schulen zu modernisieren. Die Hälfte der Mittel stammt aus dem Bundeshaushalt, die verbleibenden 2,5 Milliarden Euro teilen sich die Länder. Doch das gekürzte Budget und vergangene Verzögerungen stellen Städte wie Solingen weiterhin vor große Herausforderungen, ihre Bildungssysteme zukunftsfähig zu machen.

Monatelang kämpften Solinger Schulen ohne klare Finanzierungsperspektive, was Reparaturen und den Austausch dringend benötigter Digitaltechnik verzögerte. Der neue Pakt bietet nun fünf Jahre Planungssicherheit und ermöglicht den Kommunen langfristige Investitionen. Dennoch bleibt die Skepsis: Der Berg an Aufgaben ist gewaltig.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) warnt, dass der bloße Austausch veralteter Geräte nicht ausreiche. Schulen bräuchten moderne Lehrmethoden, eine KI-taugliche Infrastruktur und gezielte Fortbildungen für Lehrkräfte, um mit dem technologischen Wandel Schritt zu halten. Der Verband fordert zudem eine schnellere, bürokratiearme Verteilung der Mittel mit klaren Vorgaben, wofür das Geld verwendet werden darf. Kritisch sieht der VBE auch die begrenzte Laufzeit des Pakts: Digitale Bildung sei kein kurzfristiges Projekt, sondern eine dauerhafte Aufgabe. Bereits jetzt mahnt die Organisation frühzeitige Gespräche über einen DigitalPakt 3.0 an, um nach Ablauf der aktuellen Vereinbarung keine neue Finanzierungslücke zu riskieren. Ein weiteres Problem: Die Länder können Bundesgelder nutzen, um eigene Ausgaben zu kompensieren – was die Gesamtwirkung der Investitionen schmälern könnte.

Die Mittelverteilung variiert je nach Bundesland. Niedersachsen erhält rund 201 Millionen Euro, doch kein Land hat bisher zugesagt, mehr als 500 Millionen Euro aus eigener Kraft beizusteuern. Unklar bleibt, wie gleichmäßig die Unterstützung verteilt wird.

Der DigitalPakt 2.0 bringt dringend benötigte Stabilität für Solinger Schulen und darüber hinaus. Sein Erfolg hängt jedoch davon ab, wie zügig und effizient die Gelder eingesetzt werden. Angesichts des gekürzten Budgets und anhaltender bürokratischer Hürden müssen die Kommunen ihre Projekte sorgfältig priorisieren. Ohne weitere Weichenstellungen könnte ein erneuter Finanzengpass die Schulen nach Ablauf der aktuellen Vereinbarung wieder in die Krise stürzen.