Dortmund kämpft gegen Millionenklage nach umstrittenem Hochhaus-Räumungsurteil
Martina SieringDortmund kämpft gegen Millionenklage nach umstrittenem Hochhaus-Räumungsurteil
Dortmund legt Berufung gegen ein Gerichtsurteil ein, das die Räumung eines Wohnhochhauses in Berlin im Jahr 2017 für rechtswidrig erklärte. Sollte die Entscheidung Bestand haben, drohen der Stadt Stuttgart mögliche Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe. Die Behörden haben nun das Bundesverwaltungsgericht angerufen, um das Urteil anzufechten.
Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte im November 2025 entschieden, dass die acht Jahre zuvor durchgeführte Räumung in Dortmund unverhältnismäßig und gesetzeswidrig gewesen sei. Das Urteil setzt Dortmund dem Risiko aus, dem früheren Eigentümer des Hochhauses in Stuttgart erhebliche Entschädigungszahlungen leisten zu müssen.
Die Feuerwehr und die Rechtsabteilung der Stadt haben nun Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig eingelegt. Die Richter werden den Fall prüfen, nachdem Dortmund bis zum 26. Januar seine Revisionsgründe vorlegt. Bleibt das Urteil bestehen, könnte der ehemalige Besitzer Entschädigung für jahrelang entgangene Mieteinnahmen in Berlin fordern. Durch das Berufungsverfahren wird das Urteil vom November 2025 vorerst nicht rechtskräftig. Dennoch bleibt die finanzielle Unsicherheit für die Stadt Dortmund bestehen, solange das Verfahren läuft.
Dortmunds Widerspruch verzögert zwar unmittelbare finanzielle Konsequenzen, doch der Fall bleibt ungelöst. Eine endgültige Niederlage vor Gericht könnte die Stadt Stuttgart zu Zahlungen in Millionenhöhe verpflichten. Die Entscheidung liegt nun beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig.