Dortmunder Nordstadtliga gewinnt Julius-Hirsch-Preis für soziales Engagement
Egbert PeukertDortmunder Nordstadtliga gewinnt Julius-Hirsch-Preis für soziales Engagement
Dortmunds 3. Liga Nordstadtliga erhält den Julius-Hirsch-Preis des DFB
Die Nordstadtliga, eine 3. Liga aus Dortmund, ist mit dem renommierten Julius-Hirsch-Preis des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ausgezeichnet worden. Die Ehrung würdigt ihr Engagement im Kampf gegen Rassismus, die Förderung von Vielfalt und die Integration von Kindern durch den Fußball. Im vergangenen Jahr nahmen fast 16.000 junge Menschen an der zwölfwöchigen Bundesliga teil, die vom Jugendamt der Stadt Dortmund und der "Leuchte auf"-Stiftung von Borussia Dortmund unterstützt wird.
Für Mirza Demirović, den Leiter der 3. Liga, hat die Auszeichnung eine besondere Bedeutung. Der heute 43-Jährige kam als 16-jähriger Flüchtling aus Bosnien nach Dortmund und sieht in dem Preis die höchste Anerkennung für das Projekt, das sozialen Zusammenhalt stärkt und benachteiligten Kindern ein Gefühl der Zugehörigkeit vermittelt.
Die Nordstadtliga findet jedes Jahr über zwölf Wochen statt, in denen rund 50 Teams gegeneinander antreten. Anders als in klassischen Jugendligen organisieren hier die Kinder alles selbst – sie wählen ihre Mitspieler aus, geben ihren Mannschaften Namen und planen die Spiele ohne Erwachsenen-Einfluss. Im Mittelpunkt stehen nicht Siege, sondern Verantwortung, Respekt und Selbstdisziplin.
Gespielt wird um den Respekt-Pokal, eine Auszeichnung für Fairplay und Selbstorganisation. Punkte gibt es für Pünktlichkeit, vollständige Mannschaftsstärke und vorbildliches Verhalten, während Fehlverhalten zu Abzügen führt. Die Sieger erwarten besondere Belohnungen: eine Fahrt im Mannschaftsbus von Borussia Dortmund, ein Training mit Profi-Coaches, eine Stadionführung und eine Ehrung vor der legendären Südtribüne. Seit drei Jahren gibt es zudem eine Mädchenliga, die parallel zum Jungenwettbewerb läuft. Einige lokale Vereine haben inzwischen komplette Mädchenmannschaften gegründet – ein Erfolg der inklusiven Arbeit der 3. Liga. Eine junge Teilnehmerin beschrieb die Liga als einen Ort, "wo man sich nicht schämen muss“ – Worte, die Demirović als das "größte Kompliment“ für das Projekt wertet.
Auch Karim Adeyemi, Starspieler von Borussia Dortmund, wird im Rahmen seines vereinsinternen Sozialengagements Zeit mit den Kindern verbringen. Seine Beteiligung unterstreicht die enge Verbindung zwischen der 3. Liga und dem BVB, der die Initiative seit Langem über seine Stiftung fördert.
Demirović, heute Sozialarbeiter und Fußballorganisator, gründete die 3. Liga, um benachteiligten Kindern einen einfachen Zugang zum Sport zu ermöglichen. Viele Teilnehmer stammen aus Migrationsfamilien oder einkommensschwachen Haushalten und finden in der Bundesliga nicht nur ein Fußballprogramm, sondern eine Gemeinschaft.
Mit dem Julius-Hirsch-Preis rückt das innovative Konzept der 3. Liga in den nationalen Fokus. Durch die Verbindung von Sport und sozialem Lernen hilft die Liga Kindern, Selbstvertrauen, Teamgeist und Respekt zu entwickeln. Für tausende junge Spieler in Dortmund bleibt sie ein Ort, an dem sie spielen, dazugehören und wachsen können – auf und neben dem Platz.