Dortmunder Opernbau entfacht Kulturstreit: Sparen oder investieren?
Klaus-Michael JopichDortmunder Opernbau entfacht Kulturstreit: Sparen oder investieren?
Streit um Opernbau in Dortmund: Kultur gegen Sparsamkeit
Eine hitzige Debatte ist über die Pläne zum Bau eines Opernhauses in Dortmund entbrannt. Der Chefredakteur der Rheinischen Post hat sich öffentlich gegen das Projekt ausgesprochen – und damit scharfe Kritik eines Kollegen auf den Plan gerufen. Im Mittelpunkt des Streits steht die Frage, ob Kultur oder finanzielle Vernunft Vorrang haben soll.
Der Kritiker erinnert an die frühere Tätigkeit des Chefredakteurs in Bremen, wo dieser den Weser-Kurier leitete. Damals hätten Zahlen, Budgets und Selbstdarstellung Vorrang vor kulturellen Investitionen gehabt. Nun, in Düsseldorf, werde dieselbe Haltung auf die Dortmunder Opernpläne übertragen.
Der Chefredakteur argumentiert, die hohen Sanierungskosten des Kölner Opernhauses rechtfertigten die Ablehnung des Dortmunder Vorhabens. Er bewerte Kunst vor allem in finanziellen Kategorien und zeige mehr Interesse an angesagten Restaurants als an kulturellen Einrichtungen. Der Kritiker warnt: Wenn andere Städte diesem Muster folgten, könnten Opernhäuser gänzlich verschwinden.
Allein die Düsseldorfer Oper beschäftigt 570 Menschen und fördert Musikschulen, Bibliotheken und die Bildung von Kindern. Der Autor hält dagegen, dass Opern Räume für Debatten schaffen, Gemeinschaft stiften und Städte auf eine Weise verbinden, die über reine Wirtschaftlichkeitsberechnungen hinausgeht.
Die Haltung des Chefredakteurs droht, kulturelle Projekte in der gesamten Region zu untergraben. Ohne Unterstützung könnte die Oper – und mit ihr ihre gesellschaftlichen Vorteile – an Bedeutung verlieren. Die Diskussion zeigt den Konflikt zwischen finanzieller Zurückhaltung und dem unbezifferbaren Wert der Künste.






