Drohnen-Airline fordert klare Regeln statt pauschaler Verbote für den Luftverkehr der Zukunft
Martina SieringDrohnen-Airline fordert klare Regeln statt pauschaler Verbote für den Luftverkehr der Zukunft
Deutschlands erste Drohnen-Airline, Morpheus Logistics, drängt auf klarere Regeln für den Drohnenverkehr. Unternehmenschef Norman Koerschulte plädiert dafür, dass strukturierte Vorschriften – und nicht pauschale Verbote – sowohl Sicherheit als auch Innovation gewährleisten. Seine Forderungen kommen zu einer Zeit wachsender Besorgnis über nicht identifizierte Drohnen in der Nähe von Flughäfen und kritischer Infrastruktur.
Morpheus Logistics untersteht der strengen Aufsicht der Luftfahrt-Bundesamt (LBA) und der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA). Das Unternehmen hält als erstes in Europa die SAIL-III-Zulassung, die automatisierte Drohnenflüge außerhalb der Sichtweite über besiedeltem Gebiet ermöglicht. Zu den Dienstleistungen gehören der Transport von medizinischen Proben, Medikamenten und Industrieersatzteilen.
Koerschulte fordert einen nationalen Rahmen, um den Drohnenverkehr sicher zu steuern. Sein Konzept umfasst ein zentrales digitales System zur Echtzeit-Erfassung aller aktiven Drohnen, ein nationales Sicherheitslagezentrum sowie standardisierte Meldeverfahren. Zudem schlägt er eine Pflichtkennzeichnung für jede Drohne und eine öffentliche Aufklärungskampagne vor, um das Bewusstsein für das Thema zu schärfen.
Der CEO betont, dass der Staat die Drohnenbranche durch den Ausbau der Infrastruktur und die Förderung der Zusammenarbeit zwischen den wichtigsten Akteuren unterstützen sollte. Statt Verbote setzt er auf „Leitplanken für eine sichere Entwicklung“, um Fortschritt und Sicherheit in Einklang zu bringen. Morpheus Logistics selbst nutzt Echtzeit-Überwachung, Notfallsysteme und erprobte Protokolle, um Risiken während der Flüge zu minimieren.
Langfristig sieht Koerschulte einen deutschen Luftraum im Jahr 2030, der auf Vertrauen, Transparenz und gemeinsamen Zielen basiert. Sein Ansatz zielt darauf ab, Störungen zu vermeiden und gleichzeitig ein verantwortungsvolles Wachstum der Branche zu ermöglichen.
Die Debatte über Drohnenregulierung hat an Fahrt aufgenommen, nachdem es Berichte über unbefugte Flüge in der Nähe sensibler Einrichtungen gab. Koerschultes Vorschläge setzen auf strukturierte Aufsicht, digitale Nachverfolgung und Bürgerbeteiligung. Sollten diese Maßnahmen umgesetzt werden, könnten sie den Drohnenverkehr in Deutschland in den kommenden zehn Jahren maßgeblich prägen.






