06 February 2026, 21:01

Düren startet Projekt MISSIMO gegen illegalen Kindergeldbezug

Ein Plakat bewirbt die elektrische Stadt Bergbahn, Deutschland, mit Bildern von Gebäuden, Bäumen, Hügeln und beschreibendem Text.

Düren startet Projekt MISSIMO gegen illegalen Kindergeldbezug

Neues Projekt in Düren geht gegen Kindergeldbetrug vor

Unter dem Namen MISSIMO startet in Düren eine Initiative, bei der Behörden, Polizei und Jobcenter zusammenarbeiten, um Familien aufzuspüren, die Kindergeldauszahlung zu Unrecht beziehen. Bisher wurden im Rahmen des Projekts 13 Fälle aufgedeckt, in denen Kinder nicht an ihrer gemeldeten Adresse lebten.

Das MISSIMO-Projekt richtet sich an Familien, die keinen Anspruch mehr auf Kindergeld haben – etwa weil die Kinder sich länger als sechs Monate im Ausland aufhalten oder die Familie Deutschland vollständig verlassen hat. Falsch bezogene Leistungen gelten als Steuerhinterziehung und müssen den Finanzbehörden gemeldet werden.

In der ersten Phase des Projekts wurden 32 Kinder identifiziert, die nicht an ihrem gemeldeten Wohnort lebten. Dies führte zu Rückforderungsbescheiden in Höhe von 16.000 Euro und stoppte weitere Kindergeldauszahlungen im sechsstelligen Bereich. Nun laufen in allen aufgedeckten Fällen Ermittlungen, um Betrug zu ahnden und ehrliche Steuerzahler zu schützen.

Auffälligkeiten, die zu Überprüfungen führen, sind unter anderem häufiges Schulschwänzen, nicht wahrgenommene Arzttermine oder fehlende Nachweise über den tatsächlichen Wohnsitz. Bis Anfang 2026 werden sich zwölf Kommunen in Nordrhein-Westfalen der Initiative anschließen und mithilfe von KI Daten analysieren. Auch Städte wie Düsseldorf und Köln sowie Kreise wie der Rhein-Sieg-Kreis und der Märkische Kreis setzen ähnliche Projekte um, um Informationen auszutauschen und Kindergeldbetrug aufzudecken.

Das MISSIMO-Projekt hat bereits Gelder zurückgeholt und weitere Kindergeldauszahlungen gestoppt. Die Behörden werden verdächtige Fälle weiter untersuchen, um sicherzustellen, dass nur berechtigte Familien Kindergeld erhalten. Die Zusammenarbeit der Behörden soll die Betrugsbekämpfung in der gesamten Region stärken.