Dürre bedroht Landwirtschaft: Neue Strategien für trockene Böden und stabile Erträge
Klaus-Michael JopichDürre bedroht Landwirtschaft: Neue Strategien für trockene Böden und stabile Erträge
Immer mehr Regionen von Dürre betroffen – besonders im Frühling und Frühsommer
Um Landwirte bei der Anpassung zu unterstützen, hat das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) neue Strategien für den Anbau unter trockenen Bedingungen veröffentlicht. Die Empfehlungen konzentrieren sich auf die Auswahl geeigneter Pflanzen, die Bodengesundheit und eine größere Fruchtfolge, um Risiken zu minimieren.
Dürre wirkt sich je nach Kulturpflanze unterschiedlich aus: Pflanzen wie Zuckerrüben, die über tiefreichende und kräftige Wurzelsysteme verfügen, kommen mit Trockenphasen meist besser zurecht. Frühreifende Sorten können zwar die schlimmste Dürre umgehen, leiden jedoch in feuchteren Jahren, wenn die Sonneneinstrahlung begrenzt ist.
Winterroggen entwickelt sich zunehmend zu einer sinnvollen Alternative in Gebieten mit Frühsommer-Dürren. Da er früher wächst, kann er blühen und Korn bilden, bevor der Wassermangel einsetzt. Ausfallweizen hingegen versagt unter denselben Bedingungen oft.
Nicht alle ertragsstarken Sorten gedeihen überall gleich gut. Ertragsstabile Varietäten – wenn auch nicht immer die Spitzenproduzenten – bieten zuverlässige Erträge trotz wechselnder Bedingungen. Durch den Anbau von Kulturen mit unterschiedlichen Wasserbedarfsspitzen lässt sich zudem das Dürrerisiko verringern.
Die Bodenqualität spielt eine zentrale Rolle für die Dürreresistenz: Felder mit hohem Ertragspotenzial, aber geringem Humusgehalt leiden in Trockenperioden besonders stark. Landwirte können die Bodenfruchtbarkeit verbessern, indem sie regelmäßig Mist, Kompost, Stroh oder Festmist ausbringen, um den Humusanteil zu erhöhen.
Die neuen Leitlinien bieten Landwirten konkrete Handlungsempfehlungen, um den wachsenden Dürrerisiken zu begegnen. Durch die Wahl angepasster Kulturen, eine diversifizierte Fruchtfolge und die Verbesserung der Bodenstruktur können Erzeuger ihre Erträge besser schützen. Die Ratschläge kommen zu einer Zeit, in der klimabedingt trockene Bedingungen in vielen Regionen häufiger auftreten.






