18 June 2026, 12:21

Düsseldorf stoppt Milliarden-Opernhaus und setzt auf kostengünstige Sanierung

Es gibt immer noch den bescheidenen Modernismus im Osten und Westen

Düsseldorf stoppt Milliarden-Opernhaus und setzt auf kostengünstige Sanierung

Düsseldorf hat die Pläne für ein neues Opernhaus des Architekturbüros Snøhetta aufgegeben. Das Projekt wurde gestoppt, nachdem die Kosten auf geschätzte 1,8 Milliarden Euro explodiert waren. Die Stadtverwaltung wird sich nun stattdessen auf die Modernisierung des bestehenden Bonatz-Baus konzentrieren.

Ursprünglich sollte das Nachkriegs-Opernhaus durch einen modernen Entwurf von Snøhetta ersetzt werden. Als die Kosten aus dem Ruder liefen, wurde das Grundstück am Wehrhahn an die Stadt zurückgegeben – 137 Millionen Euro waren zu diesem Zeitpunkt bereits ausgegeben. Oberbürgermeister Stephan Keller plant nun, das bestehende Gebäude am Hofgarten zu sanieren und aufzuwerten.

Die Modernisierung des Bonatz-Opernhauses könnte zwischen 400 und 500 Millionen Euro kosten. Ein weiterer Vorschlag stammt vom Frankfurter Büro raumwerk, das eine halbtransparente Hülle um den Bau von 1956 vorschlägt, um die Kapazität um 25 Prozent zu erhöhen.

In Rostock entsteht unterdessen für 208 Millionen Euro ein neues Theater, entworfen vom Berliner Büro Hascher Jehle. Das dortige Volkstheater, 1943 erbaut und später zu einem modernistischen Wahrzeichen der DDR umgestaltet, steht seit 2022 unter Denkmalschutz. Lokale CDU-Politiker hatten den Abriss zugunsten von Wohnungen gefordert, doch die Denkmalschutzbestimmungen machen dies unwahrscheinlich.

Mit der Entscheidung Düsseldorf scheitert das Milliardenprojekt von Snøhetta. Die Stadt setzt nun auf eine kostengünstigere Sanierung ihres bestehenden Opernhauses. In Rostock hingegen schreiten die Theaterpläne unter strengen Denkmalschutzauflagen voran.

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