Eilüberweisungen in der Kritik: Warum Hausärzte unter Druck geraten und Patienten länger warten

Klaus-Michael Jopich
Klaus-Michael Jopich
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Ein detaillierter alter Stadtplan von Würzburg, Deutschland, mit Straßen, Gebäuden, Sehenswürdigkeiten und einer roten Linie, die hindurchführt, einschließlich Text über die Bevölkerung, Straßen und Sehenswürdigkeiten.Klaus-Michael Jopich

Eilüberweisungen in der Kritik: Warum Hausärzte unter Druck geraten und Patienten länger warten

Kritik an Deutschlands System für Eilüberweisungen nimmt zu

Das aktuelle Verfahren für Eilüberweisungen in Deutschland steht zunehmend in der Kritik. Die meisten Hausärzte bestätigen, dass es die Versorgung bei echten Notfällen beschleunigt, doch viele berichten von Missbrauch durch Fachärzte und einer finanziellen Belastung für die hausärztliche Praxis. Nun mehren sich die Forderungen nach einer Abschaffung der Regelungen, nachdem eine offizielle Prüfung steigende Kosten und längere Wartezeiten für Patienten offenlegte.

Im Zentrum der Debatte stehen die Überweisungsrichtlinien, die 2019 mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz eingeführt wurden. Hausärzte dürfen Überweisungen nur dann als dringend kennzeichnen, wenn triftige medizinische Gründe vorliegen – ein bloßer Missbrauch der Warteschlangen ist rechtlich unzulässig. Doch bundesweite Umfragen zeigen ein verbreitetes Fehlverhalten: Rund 750 von 800 befragten Hausärzten gaben an, bereits unter Druck gesetzt worden zu sein, um ungerechtfertigte Eilüberweisungen auszustellen. Allein in Nordrhein-Westfalen berichteten über 200 Hausärzte von ähnlichen Vorfällen.

Einige Fachärzte räumten ein, die Dringlichkeitsstufen auszunutzen, um ihre eigenen Einnahmen zu steigern. Der Spitzenverband der Fachärzte (SpiFa) verteidigt das System und betont, dass medizinisch begründete Überweisungen rechtmäßig seien. Gleichzeitig gibt der Verband zu, dass die Dringlichkeitskennzeichnung keine zusätzlichen Termine schafft – Patienten müssen weiterhin auf Behandlung warten.

Eine Untersuchung des Bundesrechnungshofs ergab, dass sich trotz Millionenkosten die durchschnittlichen Wartezeiten nicht verkürzt, sondern sogar verlängert haben. Die Ergebnisse veranlassten sowohl den Rechnungshof als auch den GK-Spitzenverband, die Abschaffung der aktuellen Regelungen zu fordern. Hausärzte hingegen beschreiben, wie sie zwischen verärgerten Patienten und den Forderungen der Fachärzte aufgerieben werden – Konflikte entstehen besonders dann, wenn sie unnötige Eilanträge ablehnen.

Die Prüfberichte und Aussagen der Hausärzte deuten darauf hin, dass das System seine zentralen Ziele verfehlt. Da es keine Belege für kürzere Wartezeiten gibt und die Missbrauchsfälle zunehmen, wächst der Druck auf die Aufsichtsbehörden, die Überweisungsverfahren grundlegend zu reformieren. Für Patienten könnte das bedeuten, dass sich der Zugang zu Fachärzten – und die Geschwindigkeit, mit der sie ihn erhalten – grundlegend ändert.

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