Energiewende 2027: Wie Deutschlands Kapazitätsmarkt die Stromversorgung revolutioniert
Egbert PeukertEnergiewende 2027: Wie Deutschlands Kapazitätsmarkt die Stromversorgung revolutioniert
Europas Energiesektor bereitet sich auf tiefgreifende Veränderungen vor, während Nachrichten 2027 einen Kapazitätsmarkt einführt. Die Maßnahme soll das Problem der "fehlenden Einnahmen" lösen und die nationale Stromversorgung sichern. Gleichzeitig durchlaufen die Gas- und Strommärkte weiterhin Wandlungsprozesse, wobei sich die Preise nach früheren Turbulenzen nun stabilisieren.
Auf der anstehenden E-world-Fachmesse in Essen werden Branchenführer diese Entwicklungen vertieft diskutieren. Die Veranstaltung, die vom 10. bis 12. Februar 2025 stattfindet, bringt über 900 Akteure aus der Energie- und Wasserwirtschaft zusammen.
Seit Russland 2022 die Pipeline-Gaslieferungen eingestellt hat, waren die europäischen Gasmärkte mit einer deutlichen Nachfragezerstörung konfrontiert. Im Winter 2023/24 pendelten sich die TTF-Preise bei etwa 40–50 Euro/MWh ein – begünstigt durch diversifizierte Flüssiggas-Importe (LNG) aus den USA, Norwegen und Katar. Mildes Wetter und hohe Speicherstände zu Beginn der Heizsaison trugen zusätzlich zur Stabilisierung bei.
Allerdings führten Kälteperioden im Januar und Februar 2024 zu einem schnelleren als erwarteten Abbau der Gasreserven – um 20–30 Prozent schneller als im Vorwinter. Die IndustrieNachfrage erholte sich nach der Rezession, während Exporte nach Asien und Osteuropa die Märkte weiter unter Druck setzten. Für 2026 wird ein durchschnittlicher TTF-Preis von 28 Euro/MWh prognostiziert, doch Verzögerungen bei LNG-Projekten könnten die Preise wieder in die Höhe treiben.
Im Stromsektor soll Deutschlands neuer Kapazitätsmarkt Versorgern und Betreibern thermischer Kraftwerke planbare Einnahmen bieten. Der Marktstart ist für 2027 vorgesehen und soll Finanzierungslücken im Rahmen der Energiewende schließen. Bis zum Sommer 2026 rechnet man mit einem Überangebot, das die Preise drücken und den Gasverbrauch anregen dürfte. Die EU-Emissionszertifikate (EUA) werden voraussichtlich 2026 im Schnitt 85 Euro pro Tonne kosten – angetrieben durch starke spekulative Long-Positionen.
Auf der E-world präsentieren die Analysten Joel Hancock und Jean-Louis Malon Sonderberichte zu den Gas- und Strommärkten Deutschlands. Fachdiskussionen und Marktupdates gibt es am Stand 2D100 in Halle 2.
Die Energielandschaft befindet sich im Umbruch: Deutschlands Kapazitätsmarkt soll die Versorgungssicherheit und Einnahmenstabilität verbessern, während die Gaspreise weiter von der LNG-Entwicklung abhängen und die CO₂-Märkte spekulativen Einflüssen unterliegen. Die E-world bietet der Branche eine zentrale Plattform, um diese Trends zu bewerten und die Weichen für die Zukunft zu stellen.