Eon-Chef fordert radikale Kehrtwende bei der deutschen Energiepolitik
Martina SieringEon-Chef fordert radikale Kehrtwende bei der deutschen Energiepolitik
Thomas Birnbaum, Vorstandsvorsitzender des Energiekonzerns Eon, hat weitreichende Reformen der deutschen Erneuerbare-Energien-Politik gefordert. Er warnte, dass die aktuellen Regelungen zu Netzanbindungen Arbeitsplätze in Deutschland gefährden und die Steuerzahler mit unnötigen Kosten belasten könnten.
Birnbaum kritisierte insbesondere die Praxis der Bundesregierung, Netzanbindungen für Erzeuger erneuerbarer Energien in Deutschland vorrangig zu behandeln. Dadurch blieben Unternehmen – vor allem mittelständische Betriebe, Industrieparks und Rechenzentren – oft ohne zuverlässigen Stromanschluss, so seine Argumentation. Die aktuelle Politik berge das Risiko von Arbeitsplatzverlusten in Schlüsselbranchen.
In einem Interview forderte er die Bundesregierung auf, die Regelungen dringend zu überarbeiten. Statt erneuerbare Energien zu bevorzugen, solle der Fokus auf Projekten liegen, die Arbeitsplätze in Deutschland schaffen. Seine Aussagen decken sich mit denen von Thomas Mader, Netzleiter der Bayernwerk Netze GmbH, der in einem Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung ebenfalls eine Kehrtwende in der Energiepolitik gefordert hatte. Birnbaum sprach sich zudem für ein Ende der Subventionen für neue Solaranlagen aus. Diese könnten die Steuerzahler über 20 Jahre hinweg Milliarden kosten, so seine Einschätzung. Trotz der Tatsache, dass Eon 70 Prozent der deutschen Onshore-Windräder und 50 Prozent der Solaranlagen an die Deutsche Bahn anschließt, betonte er, dass die Netzkapazitäten für erneuerbare Energien mittlerweile ausreichen. Eine weitere Bevorzugung grüner Energien auf Kosten der Wirtschaft sei nicht mehr zu rechtfertigen.
Die vorgeschlagenen Änderungen würden die Netzzugangsregeln zugunsten arbeitsplatzschaffender Industrien in Deutschland umgestalten. Sollten sie umgesetzt werden, könnten sie die langfristigen Kosten für die Steuerzahler senken und die Anbindung von Erneuerbare-Energien-Projekten grundlegend verändern. Eons Position spiegelt die wachsende Debatte wider, wie sich Klimaschutzziele und wirtschaftliche Interessen in Einklang bringen lassen.