Evonik bleibt trotz leichter Aktien-Erholung in der tiefen Krise gefangen
Klaus-Michael JopichEvonik bleibt trotz leichter Aktien-Erholung in der tiefen Krise gefangen
Evonik Industries bleibt trotz leichter Kurserholung in der Krise
Der Chemiekonzern Evonik Industries kämpft weiterhin mit finanziellen Schwierigkeiten, obwohl sich der Aktienkurs leicht erholt hat. Der DAX-Konzern verzeichnete zwar einen Anstieg seit dem Rekordtief im Februar, doch Analysten bleiben skeptisch. Wichtige Produkte wie Methionin stehen aufgrund branchenweiter Überkapazitäten unter starkem Preisdruck.
Im Februar 2024 war die Aktie mit 13,55 Euro auf ein historisches Tief gefallen. Seither hat sie sich auf etwa 14,50 Euro erholt – ein Plus von rund 7 Prozent. Dennoch liegt der Relative-Stärke-Index (RSI) bei nur 15,8, was auf eine weiterhin deutlich überverkaufte Aktie hindeutet.
Große Finanzinstitute zeigen sich pessimistisch: Goldman Sachs stufte die Evonik-Aktie auf "Verkaufen" herab, Jefferies senkte die Empfehlung auf "Underperform", und die Citigroup reduzierte ihr Kursziel. Die Anpassungen spiegeln die breiten Bedenken am Markt wider.
Evonik selbst räumt eine schwache Nachfrage in fast allen Geschäftsbereichen ein. Kunden halten sich mit Investitionen zurück, was eine spürbare wirtschaftliche Erholung verzögert. Analysten verweisen auf tiefgreifende strukturelle Probleme in der Chemieindustrie, wo anhaltende Überkapazitäten die Margen belasten. Die Verluste des Unternehmens belaufen sich im Jahresverlauf auf rund 19 % – ein weiteres Zeichen für die anhaltenden Herausforderungen.
Trotz des jüngsten Kursaufschwungs bleibt Evonik unter erheblichem Druck. Sinkende Preise für Kernprodukte wie Methionin und eine lahme Nachfrage werden die Gewinnspannen voraussichtlich weiter belasten. Die Aussichten des Konzerns bleiben ungewiss, während die Branche mit anhaltenden strukturellen Schwächen ringt.






