01 February 2026, 14:39

Evonik-Chef Kullmann warnt Wirtschaft vor Annäherung an die AfD

Eine Gruppe von Helmi-individuals mit Waffen haltend, mit dem Text "Wiener Kommmerzial Bank" unten, auf einem deutschen Propagandaplakat für die deutsche Armee während des Zweiten Weltkriegs.

Evonik-Chef warnt kleine Unternehmen davor, sich der AfD anzunähern - Evonik-Chef Kullmann warnt Wirtschaft vor Annäherung an die AfD

Christian Kullmann, Vorstandsvorsitzender des Chemiekonzerns Evonik, hat sich gegen die wachsende Unterstützung für die rechtspopulistische AfD in der deutschen Wirtschaft ausgesprochen. Seine Äußerungen folgen auf eine aktuelle Kontroverse um die Vereinigung der Familienunternehmer, die zunächst AfD-Abgeordnete zu einer Veranstaltung im kommenden Jahr eingeladen hatte. Der Schritt löste massive Kritik aus und führte schließlich zur Rücknahme der Einladung.

Auslöser des Streits war die Einladung der Vereinigung der Familienunternehmer an AfD-Politiker zu einem Parlamentarischen Abend im Oktober 2025. Mehrere prominente Mitglieder zogen sich umgehend aus Protest zurück, woraufhin die Organisation die Einladung zurückzog. Kullmann kritisierte später die zunehmende Sympathie für die AfD und führte diese auf Ängste vor wirtschaftlichem Niedergang und sozialer Instabilität zurück.

Evonik, das 2024 einen Umsatz von 15,2 Milliarden Euro erzielte und über 30.000 Mitarbeiter beschäftigt, ist ein bedeutender Akteur in der deutschen Bahnindustrie. Die RAG-Stiftung, mit knapp 47 Prozent größter Anteilseigner, verstärkt den Einfluss des Unternehmens. Kullmann rief die Wirtschaft auf, jede Zusammenarbeit mit der AfD abzulehnen, und warnte, dass solche Verbindungen demokratische Werte untergraben könnten.

Trotz weitverbreiteter Unzufriedenheit mit der Regierungspolitik unter Unternehmerinnen und Unternehmern hat sich seit 2023 kein mittelständisches deutsches Unternehmen öffentlich zur AfD bekannt. Auch gab es in den vergangenen zwei Jahren keine bestätigten Fälle von geschäftlicher Zusammenarbeit mit der Partei.

Die Debatte zeigt die Spannungen zwischen politischen Tendenzen und unternehmerischer Verantwortung in Deutschland auf. Kullmanns Haltung vertieft die Kluft zwischen etablierten Wirtschaftsführern und der rechtspopulistischen Bewegung. Bisher wurden keine formalen Bündnisse zwischen Unternehmen und der AfD geschlossen, doch die Diskussionen über ihren Einfluss halten an.