02 January 2026, 02:47

Fachtagung in Kleve zeigt Wege aus der Gewalt an Schulen auf

Eine belebte Straßenszene mit vielen Menschen, darunter Schulmädchen in Uniformen mit Jacken, einige halten ein Schild, andere fahren Fahrräder mit Helmen, mit Gebäuden, Bäumen und einem Tor im Hintergrund.

Fachtagung in Kleve zeigt Wege aus der Gewalt an Schulen auf

Erste Fachtagung „Wege aus der (Schul-)Gewalt“ in der LVR-Klinik Bedburg-Hau

Am 26. November 2025 fand in der LVR-Klinik Bedburg-Hau die erste Fachtagung „Wege aus der (Schul-)Gewalt“ statt. Die Veranstaltung brachte Schulleitungen, Lehrkräfte und Sozialarbeiter:innen zusammen, um sich mit Gewalt unter Kindern und Jugendlichen im schulischen Umfeld auseinanderzusetzen. Veranstalter und Teilnehmer:innen werteten die Tagung im Nachgang als Erfolg und betonten die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen, Jugendhilfe und Strafverfolgungsbehörden.

Organisiert wurde die Konferenz gemeinsam von der Kriminalpräventiven Beratungsstelle der Kreispolizeibehörde Kleve und der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der LVR-Klinik. Zu Beginn der Veranstaltung stellte Astrid Klösters die regionale Richtlinie „Zusammenarbeit bei der Vorbeugung und Bekämpfung von Jugendkriminalität“ vor. Sie unterstrich, wie wichtig es ist, dass Schulen, Jugendämter und Polizei eng zusammenarbeiten, um gefährdete junge Menschen nicht aus dem Blick zu verlieren.

Anschließend referierte Dr. Nikolaus Barth über Ursachen und Muster gewalttätigen Verhaltens bei Jugendlichen. Sein Vortrag zeigte auf, wie sichere emotionale Bindungen aggressives Verhalten verringern können. Britta Baumanns, Leiterin des Schulpsychologischen Beratungsdienstes des Kreises Kleve, teilte praxisnahe Einblicke aus ihrer täglichen Arbeit mit Schulen. Die Kriminalpräventive Beratungsstelle der Kreispolizeibehörde Kleve präsentierte ihr Fachwissen zu technischer Sicherheit, Cyberkriminalität und Interventionsmöglichkeiten bei Jugendlichen mit schweren Verhaltensauffälligkeiten. Staatsanwältin Alexa Hell erläuterte die rechtliche Fürsorgepflicht von Schulen und Lehrkräften und erklärte deren Verantwortung beim Schutz der Schüler:innen. Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Schulen fragen, Polizei antwortet“, in der Beamte Fragen aus dem Publikum beantworteten. Viele Teilnehmer:innen hoben hervor, dass die Tagung berufliche Netzwerke gestärkt und konkrete Handlungsstrategien gegen schulische Gewalt aufgezeigt habe.

Die Konferenz endete mit einem breiten Konsens: Um Gewalt an Schulen wirksam zu bekämpfen, müssen Bildungseinrichtungen, Jugendhilfe und Strafverfolgungsbehörden kontinuierlich zusammenarbeiten. Die Teilnehmenden verließen die Veranstaltung mit einem besseren Verständnis für rechtliche Pflichten, Präventionsmaßnahmen und Unterstützungssysteme. Die Organisator:innen kündigten an, die Dynamik der Tagung zu nutzen, um das Thema Jugendgewalt in Bildungseinrichtungen weiter voranzutreiben.