Friseurpreise explodieren – doch die Branche kämpft mit Fachkräftemangel und Konkurrenz
Egbert PeukertHaarschnittpreise sind deutlich gestiegen - Friseurpreise explodieren – doch die Branche kämpft mit Fachkräftemangel und Konkurrenz
Friseurpreise in Deutschland steigen stark – doch die Branche kämpft mit mehr als nur höheren Kosten
In den vergangenen fünf Jahren sind die Preise für einen Haarschnitt in Deutschland deutlich gestiegen. Für Frauen, Männer und Kinder haben sich die Kosten seit 2020 um fast ein Drittel erhöht. Hinter dem Anstieg stecken höhere Löhne, explodierende Energiekosten und die Inflation – Faktoren, die sowohl Salons als auch Kunden unter Druck setzen.
Doch die Branche hat nicht nur mit steigenden Ausgaben zu kämpfen. Immer weniger Menschen lassen sich zum Friseur ausbilden, und die Konkurrenz durch günstigere Barbiershops nimmt zu. Zwar ist die Zahl der Salons nach wie vor hoch, doch für 2025 wird mit rückläufigen Umsätzen gerechnet, da Kunden seltener zum Friseur gehen.
Zwischen 2020 und 2025 stieg der Preis für einen Standard-Damenschnitt inklusive Wäsche und Föhn um 28 Prozent – im Schnitt liegen die Kosten nun bei etwa 54 Euro. Männer und Kinder mussten sogar noch stärkere Preiserhöhungen hinnehmen: fast 31 Prozent. Ein Herrenhaarschnitt kostet heute durchschnittlich rund 33 Euro.
Trotz der Teuerung geben die meisten Kunden weiterhin mit Bedacht Geld aus. Eine Umfrage ergab, dass 28 Prozent der Deutschen in der Regel zwischen 15 und 29 Euro im Salon ausgeben, während 20 Prozent 30 bis 49 Euro investieren. Die Preisanpassungen sind eine Reaktion auf gestiegene Betriebskosten – von Personalkosten über Energie bis hin zu teureren Produkten.
Nachwuchssorgen und wachsende Konkurrenz
Zudem schrumpft die Branche in puncto Fachkräfte. 2014 begannen noch 23.540 Menschen eine Friseurausbildung in Deutschland, doch bis 2023 sank diese Zahl auf 13.509 – auch wenn 2024 ein leichter Anstieg zu verzeichnen war. Ein Lichtblick ist der wachsende Anteil männlicher Auszubildender, die mittlerweile mehr als ein Drittel der Neueinsteiger stellen.
Gleichzeitig hat sich der Wettbewerb verschärft. Barbiershops, die oft günstigere Preise anbieten, machen 2024 etwa ein Fünftel der 80.363 registrierten Friseurbetriebe aus. Besonders in Städten setzen sie traditionelle Salons zusätzlich unter Druck.
Rückläufige Umsätze erwartet
Für 2025 rechnet die Branche mit sinkenden Einnahmen. Gründe dafür sind weniger Termine und schrumpfende Haushaltsbudgets der Kunden.
Die Friseure in Deutschland stecken in der Zwickmühle: Zwischen steigenden Kosten und nachlassender Nachfrage müssen sie sich behaupten. Da die Preise seit 2020 um fast ein Drittel gestiegen sind, gehen viele Kunden seltener oder geben weniger aus. Der Rückgang an Auszubildenden und die Ausbreitung günstigerer Barbiershops verschärfen die Herausforderungen – in einer Branche, die sich bereits auf sinkende Umsätze im kommenden Jahr einstellt.






