15 March 2026, 04:18

Gefährliche Abfälle: Kriminelles Netzwerk in NRW enttarnt – 23.000 Tonnen Giftmüll entdeckt

Ein Schild am Straßenrand trägt die Aufschrift "Melden Sie illegale Müllablagerungen und Verschmutzungen" mit Bäumen und Pflanzen im Hintergrund und einer Tafel mit Text im Vordergrund.

Gefährliche Abfälle: Kriminelles Netzwerk in NRW enttarnt – 23.000 Tonnen Giftmüll entdeckt

Eine langjährige Ermittlung in Nordrhein-Westfalen hat ein kriminelles Netzwerk aufgedeckt, das gefährliche Abfälle illegal auf mehreren Standorten entsorgt hat. Die Behörden untersuchen die Machenschaften bereits seit über eineinhalb Jahren; bei jüngsten Razzien wurden Bargeld, Gold und Beweise für großangelegten Betrug sichergestellt. Der Hauptverdächtige im Fall hat eine Vorstrafe wegen Wirtschaftsdelikten und war bereits in frühere Industrieskandale um Umweltverschmutzung verwickelt.

Die Ermittlungen begannen Anfang 2024, nachdem der Verdacht aufkam, dass ein Abfallhändler aus Unna illegale Deponien betrieb. Der Beschuldigte und seine Komplizen sollen gefährliche Stoffe angenommen, vermischt und umetikettiert haben, um Kunden und Behörden zu täuschen. Auf einem Gewerbegebiet in Selfkant, nahe der niederländischen Grenze, wurden rund 23.000 Tonnen belasteter Erde entdeckt. Ähnliche Mengen sollen in Kiesgruben in Kamp-Lintfort illegal abgelagert worden sein.

Bei der Durchsuchung des Fahrzeugs des Verdächtigen fanden die Ermittler 120.000 Euro in bar, 200 Gramm Gold und weitere Wertgegenstände. Der Mann war bereits wegen Bestechung, Steuerhinterziehung und seiner Beteiligung an einem Umweltskandal im Zusammenhang mit der BP-Raffinerie in Gelsenkirchen angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft vermutet nun, dass mehrere Entsorgungs-, Transport- und Baufirmen in das Netzwerk verstrickt sind.

Die Untersuchungen wurden inzwischen auf Standorte wie den Tagebau Garzweiler ausgeweitet. Zwar wurden bisher keine neuen Unternehmen über die bereits in früheren Skandalen genannten – etwa Remondis – öffentlich identifiziert, doch die Zentralstelle für Umweltstrafsachen (ZfU) führt ihre Arbeit fort. Unterdessen bereiten Beamte in Gelsenkirchen rechtliche Schritte gegen Hersteller und Lieferanten nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz vor.

Die Ermittlungen laufen noch; die Staatsanwaltschaft konzentriert sich auf das volle Ausmaß des Netzwerks und mögliche Mittäter. Gelsenkirchens Vorstoß, die Haftung nach Abfallrecht durchzusetzen, könnte Präzedenzfall für künftige Verfahren schaffen. Ob weitere Festnahmen oder Anklagen folgen, ließen die Behörden bisher offen.

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