Gerettete Dörfer im Rheinland erhalten Millionen für Neuanfang nach Kohleausstieg
Hans-Gerd JunkGerettete Dörfer im Rheinland erhalten Millionen für Neuanfang nach Kohleausstieg
Sechs Dörfer in der Nähe der Braunkohletagebaue Hambach und Garzweiler sind vor dem Abriss bewahrt worden – dank des beschleunigten Kohleausstiegs in Nordrhein-Westfalen. Ursprünglich sollten vier dieser Ortschaften nach den Plänen von RWE zerstört werden, doch eine Vereinbarung aus dem Jahr 2022 begrenzte die Abrisse auf nur noch zwei Dörfer. Am 10. November 2025 besuchte die Bauministerin des Landes die Region, um die Förderung für ihre Wiederbelebung bekannt zu geben.
Die CDU-Ministerin für Bauen, Ina Scharrenbach, bereiste die geretteten Dörfer Keyenberg, Kuckum, Oberwestrich, Unterwestrich, Berverath und Morschenich – die nun unter dem neuen Namen Bürgewald zusammengefasst werden. Diese Gemeinden standen einst vor der Zerstörung, wurden aber durch die überarbeitete Vereinbarung zum Kohleausstieg verschont.
Das Land stellt 14,3 Millionen Euro für die Revitalisierung von fünf Dörfern im Kreis Erkelenz bereit. Weitere 60 Millionen Euro fließen nach Merzenich für den Wiederaufbau von Bürgewald, wo der Wiederaufbau der historischen Kirche oberste Priorität hat. Die Stadt Erkelenz selbst rechnet mit insgesamt rund 170 Millionen Euro an Fördermitteln. Ehemalige Bewohner erhalten dabei ein Vorkaufsrecht für ihre früheren Häuser.
Die Gelder sollen in die Modernisierung der wichtigsten Infrastruktur fließen, darunter Abwassersysteme, Straßen und öffentliche Plätze. In Keyenberg wird ein ehemaliger Kindergarten zu einem Dorfgemeinschaftszentrum umgebaut. Scharrenbach bezeichnete die Energiewende als eine Chance, den Menschen, die vom Bergbau betroffen waren, ihre Häuser und ihre Zukunft zurückzugeben.
Die Förderung wird in den kommenden Jahren dazu beitragen, die Dörfer und ihre Infrastruktur wiederherzustellen. Ehemalige Bewohner erhalten die Möglichkeit zur Rückkehr, während die lokalen Behörden sich auf den Wiederaufbau wichtiger Wahrzeichen und Einrichtungen konzentrieren. Die Investitionen des Landes markieren einen Wandel – weg von der Abhängigkeit von der Kohle, hin zur Erneuerung der Gemeinschaften.






