Gerichtsurteil zum Messerangriff in Siegen tritt in Kraft
Klaus-Michael JopichGerichtsurteil zum Messerangriff in Siegen tritt in Kraft - Gerichtsurteil zum Messerangriff in Siegen tritt in Kraft
Gerichtsurteil im Siegen-Bus-Messerangriff rechtskräftig
Gerichtsurteil im Siegen-Bus-Messerangriff rechtskräftig
Gerichtsurteil im Siegen-Bus-Messerangriff rechtskräftig
Eine 32-jährige Frau ist wegen eines Messerangriffs in einem Pendelbus in Siegen im Jahr 2024 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat das Urteil nun bestätigt und damit rechtskräftig gemacht. Ihr Name bleibt in öffentlichen Unterlagen ungenannt.
Die Angreiferin hatte drei junge Männer in einem Bus auf dem Weg zum Siegen-Stadtfest mit einem Klappmesser in den Hals gestochen. Eine vierte Person, eine Frau, wurde ebenfalls verletzt, bevor Passanten den Angriff stoppen konnten.
Der Vorfall ereignete sich in einem Shuttlebus auf dem Weg zum jährlichen Stadtfest in Siegen. Ohne Vorwarnung zog die Frau ein Klappmesser hervor und griff drei männliche Fahrgäste an, indem sie ihnen die Kehle durchschnitt. Eine weibliche Passagierin wurde im Handgemenge ebenfalls verletzt. Zwei weitere Frauen und ein männlicher Zeuge überwältigten die Angreiferin daraufhin und hielten sie fest, bis die Polizei eintraf.
Während des Prozesses gaben die Ermittler bekannt, dass sich die Frau nach dem endgültigen Entzug ihres Führerscheins zunehmend hoffnungslos gefühlt hatte. Diese Verzweiflung, kombiniert mit Berichten über die Messerattacke von Solingen 2023, habe bei ihr einen „flüchtigen Gedanken“ ausgelöst, eine ähnliche Tat zu begehen. Trotz der Diagnose einer mittleren psychischen Erkrankung urteilte das Gericht, dass sie voll schuldfähig sei.
Die Angreiferin wurde in drei Fällen des versuchten Mordes mit Vorsatz schuldig gesprochen. Sie legte Berufung ein, doch der BGH wies ihren Antrag zurück und bestätigte die lebenslange Freiheitsstrafe. Das Urteil ist nun rechtskräftig, weitere Rechtsmittel sind ausgeschlossen.
Die lebenslange Haftstrafe bleibt damit das endgültige Urteil in diesem Fall. Die Täterin wird voraussichtlich mindestens 15 Jahre im Gefängnis verbringen, bevor eine vorzeitige Entlassung nach deutschem Recht überhaupt infrage kommt. Die Opfer und Zeugen, die während des Angriffs eingriffen, wurden seit der Verurteilung nicht weiter bedroht.