Gerresheimer unter Beschuss: Leerverkäufer attackieren Pharmaverpacker wegen Bilanztricks
Klaus-Michael JopichGerresheimer unter Beschuss: Leerverkäufer attackieren Pharmaverpacker wegen Bilanztricks
Gerresheimer-Aktie: Angriff durch Leerverkäufer
Ein Analysehaus wirft dem Pharmaverpacker aggressive Bilanzierung vor und hält eine Short-Position. Die UBS kritisiert die Informationspolitik, während sich die Aktie nach einem Ausverkauf leicht erholt.
Die Gerresheimer AG, ein führender Hersteller von Pharmaverpackungen, sieht sich mit schweren Vorwürfen zu ihren Finanzpraktiken konfrontiert. Das Research-Unternehmen Morpheus Research wirft dem Konzern aggressive Bilanzierung vor und hat eine Leerverkaufsposition gegen das Unternehmen aufgebaut. Unterdessen gab die Aktie nach einem Kursrutsch am Mittwoch um über 3 % wieder nach oben nach.
Laut Morpheus Research habe Gerresheimer sein organisches Wachstum durch bilanzielle Anpassungen künstlich aufgebläht. Zudem hebt das Analysehaus Bedenken zur Qualität des Cashflows hervor – insbesondere die steigenden Kundenanzahlungen werden als Warnsignal gewertet. Hinzu kommt, dass sich die Nettoverschuldung des Unternehmens nach der Übernahme von Bormioli Pharma im Dezember 2024 stark erhöht hat. Kritiker monieren, der Kaufpreis sei überteuert gewesen und das übernommene Unternehmen performe unter den Erwartungen.
Gerresheimer steht nun vor der Aufgabe, die Vorwürfe zu entkräften und gleichzeitig regulatorische Prüfungen zu bestehen. Ob es dem Konzern gelingt, das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, hängt davon ab, wie transparent die Finanzberichterstattung wird und ob die Bedenken zur Bilanzierungspraxis ausgeräumt werden können. Die aktuelle Kurserholung deutet zwar auf eine gewisse Marktzuversicht hin – doch viele Fragen bleiben vorerst unbeantwortet.






