Giftige Weichmacher in Kinderurin: Warum Europas Sonnencremes zur Gefahr werden
Hans-Gerd JunkUmweltbehörde: Schädliche Substanz in Urin von fast allen Kindern gefunden - Giftige Weichmacher in Kinderurin: Warum Europas Sonnencremes zur Gefahr werden
Gefährlicher Weichmacher im Urin von Kindern und Jugendlichen in ganz Europa nachgewiesen
Ein gesundheitsschädlicher Weichmacher, der mit der Verwendung von Sonnencreme in Verbindung gebracht wird, wurde im Urin von Kindern und Jugendlichen in Europa gefunden. Die Chemikalie wirft Fragen nach der Belastung mit reproduktionstoxischen Stoffen auf – und aktuelle Tests zeigen, dass sich das Problem mit der Zeit verschärft.
Erstmals aufgetaucht war das Problem im Jahr 2024, als das Umweltbundesamt (UBA) in Urinproben den Abbaustoff MnHexP nachwies. Diese Substanz entsteht aus DnHexP, einem in der EU bereits verbotenen Weichmacher, und wurde auf verunreinigte UV-Filter in Sonnencremes zurückgeführt. Damals enthielten 61 Prozent von 250 untersuchten Proben den Stoff.
Ein Jahr später verschärfte sich die Lage dramatisch: Im Frühling und Sommer 2025 wiesen 92 Prozent von 259 Urinproben junger Menschen MnHexP auf. In zwei Fällen wurde sogar der vom UBA festgelegte Gesundheitsgrenzwert von 60 Mikrogramm pro Liter überschritten.
Trotz dieser alarmierenden Befunde treten strengere EU-Grenzwerte für DnHexP in Sonnencremes erst im Januar 2027 in Kraft. Bis dahin bleiben Kinder und Jugendliche potenziell Belastungen ausgesetzt, die über dem als sicher geltenden Maß liegen.
Die aktuellen Daten bestätigen, dass viele junge Menschen reproduktionstoxische Substanzen in besorgniserregendem Ausmaß aufnehmen. Da die bestehenden Regelungen noch bis 2027 gelten, werden die Forderungen nach sicheren, schadstofffreien Sonnencremes immer lauter. Gleichzeitig unterstreichen die Ergebnisse die Notwendigkeit einer engmaschigeren Überwachung chemischer Belastungen in Alltagsprodukten in ganz Europa.






