GLS Bank in der Kritik nach Kontoschließungen von DKP und Roter Hilfe
Hans-Gerd JunkGLS Bank in der Kritik nach Kontoschließungen von DKP und Roter Hilfe
GLS Bank gerät nach Kontoschließungen von DKP und Roter Hilfe in die Kritik
Die GLS Bank sah sich massiver Kritik ausgesetzt, nachdem sie Konten der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und der Gefangenenhilfsorganisation Rote Hilfe geschlossen hatte. Die Entscheidung löste Proteste, einen von Tausenden unterzeichneten offenen Brief sowie eine hitzige Debatte auf der jüngsten Mitgliederversammlung der Bank in Bochum aus.
Trotz der Kontroverse erhielt der Vorstand der Bank weiterhin starke Unterstützung: 676 von 720 Mitgliedern stimmten für die Führung.
Die Kontoschließungen waren Anfang dieses Jahres bekannt gegeben worden und hatten sofort Empörung ausgelöst. Kritiker warfen der GLS Bank politische Voreingenommenheit vor, während diese betonte, aus „rechtlichen und regulatorischen Gründen“ gehandelt zu haben. Später deckte die Initiative Stop Debanking auf, dass Aufsichtsbehörden Banken verpflichten, verdächtige Transaktionen unverzüglich zu melden.
Die Proteste nahmen schnell an Fahrt auf: Tausende unterzeichneten einen offenen Brief, in dem sie vor einem „dramatischen Vertrauensverlust“ in die Bank warnten. Unterdessen blieben die Konten der Roten Hilfe bei der GLS Bank offen, nachdem ein Gericht die Sparkasse Göttingen angewiesen hatte, sie aufrechtzuerhalten. Die Organisation war zuvor auch von anderen Banken mit Kontosperren bedroht worden.
Auf der Mitgliederversammlung in Bochum trat der ehemalige grüne Vizekanzler Robert Habeck auf – allerdings in einer Rolle, die nichts mit der Kontroverse zu tun hatte. Parallel fand ein Nachhaltigkeitsfestival statt, bei dem die Spannungen wegen der Kontoschließungen jedoch spürbar blieben.
DKP-Bundesgeschäftsführer Klaus Leger kritisierte die GLS Bank für „vorauseilenden Gehorsam“ und kündigte an, die Partei werde die Geschäftsbeziehung beenden. Stattdessen wendet sich die DKP nun an die deutschen öffentlichen Sparkassen, die gesetzlich verpflichtet sind, Konten für alle Kunden zu eröffnen.
Die GLS Bank versuchte, Bedenken zu zerstreuen, indem sie Gespräche mit potenziell betroffenen Kunden führte. Sie bot Beratung an, wie Transaktionen vermieden werden können, die weitere Prüfungen auslösen könnten – doch Kritiker hielten diese Maßnahmen für unzureichend.
Obwohl die Führung der GLS Bank ein klares Vertrauensvotum erhielt, steht die Bank weiterhin unter Druck. Während die DKP zu den Sparkassen wechselt und die Rote Hilfe ihre Konten behält, ist die unmittelbare Eskalation vorerst eingedämmt. Dennoch hat die Debatte grundsätzliche Fragen zu Bankenpraktiken und politischer Neutralität aufgeworfen.






